12.09.2017  Newsblog zur IAA

Müller und Eigner-Clans ringen um VW-Zukunft

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BMW i Vision Dynamics: Tesla-Fighter mit 600 Kilometern Reichweite und markanter Frontpartie
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7. Teil: Das erwartet die Gäste auf der IAA

17.30 Uhr: Während sich die in Frankfurt vertretenen Autohersteller für den Auftakt der IAA rüsten, atmen zahlreiche US-Autohersteller tief durch: Der Hurrikan "Irma" trifft auch die im Süden der USA angesiedelte Autoindustrie. Die beiden südkoreanischen Hersteller Kia und Hyundai haben ihre Werke in der Region vorübergehend geschlossen. In den Fabriken der deutschen Hersteller läuft die Produktion dagegen überwiegend weiter - hier dürfte der Sturm nicht mehr mit voller Stärke zuschlagen. Über Festland verlieren Hurrikane Energie.

Im Süden der USA haben sich zahlreiche, vor allem ausländische Autobauer angesiedelt. Dagegen liegt das Stammgebiet der drei US-Hersteller General Motors, Ford und Fiat Chrysler im Norden rund um Detroit. Sprecher von Volkswagen und BMW erklärten auf Nachfrage, ihre Werke seien nicht vom Sturm betroffen. Volkswagen produziert in Tennessee, BMW in South Carolina.

17 Uhr: Die deutsche Autoindustrie lehnt es weiterhin ab, ältere Diesel-Fahrzeuge mit baulichen Veränderungen (Hardware-Nachrüstung) sauberer zu machen. Die Hersteller werden ihre beim Diesel-Gipfel gegebenen Zusagen zu Software-Nachrüstungen erfüllen, erklärte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann. Änderungen der Fahrzeug-Hardware seien bei einer Vielzahl von Modellen nicht möglich, sagte Wissmann, der zudem auf mögliche technische Probleme und lange Genehmigungsverfahren hinwies.

16.05 Uhr: Der Volkswagen-Konzern bringt sich vor dem offiziellen Messeauftakt schon mal mit guten Absatzzahlen in Stimmung. VW setzte im August insgesamt mehr Pkw seiner Kernmarke ab als im Vorjahr. In Deutschland jedoch sanken die Verkäufe im zweistelligen Prozentbereich - so führte unter anderem die Dieseldebatte zu einer Kaufzurückhaltung der Kunden, wie Volkswagen am Montag kurz vor Beginn der Automesse IAA in Frankfurt mitteilte. Der Absatz im Heimatmarkt sank um über 11 Prozent auf 37.000 Fahrzeuge. Neben der Dieseldebatte wirkte sich zudem die Modellumstellung des VW Polo negativ aus.

Insgesamt erhöhte sich der Absatz der Marke VW weltweit um 9,3 Prozent auf rund 495.200 Fahrzeuge, wie Volkswagen weiter mitteilte. Dabei konnte der Konzern insbesondere in den USA, China und Westeuropa mit Ausnahme von Deutschland seine Verkäufe steigern. In den Monaten Januar bis August erhöhte Volkswagen den Absatz seiner wichtigsten Marke um 1,8 Prozent auf knapp 3,9 Millionen Wagen. Auch in diesem Zeitraum verkaufte Volkswagen weniger Autos in Deutschland als im Vorjahr.

15.10 Uhr: Doch nicht nur vonseiten "grün lackierter Autofeinde", die Wissmann am Wochenende identifizierte, droht der Branche Ungemach. Auf dieser IAA nehmen auch zahlreiche chinesische Autobauer einen erneuten Vorstoß in Richtung Weltmarkt. Great Wall, Chery oder Future Mobility Corporation (FMC) sind auf der IAA. Wann kommen deren Fahrzeuge nach Europa und versagen nicht beim Crashtest? Schon heute Nachmittag erwarten wir uns erste Antworten von FMC, einem der spannendsten chinesischen Elektroauto-Startups. Dort arbeiten übrigens zahlreiche Manager, die noch vor einer Weile für BMWs Elektroauto-Programm verantwortlich waren.

14.55 Uhr: Insgesamt 228 Weltpremieren verspricht Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), der die Messe ausrichtet. "Diese IAA findet in besonderen Zeiten statt", findet auch der VDA. "Die öffentliche und politische Stimmungslage ist extrem anspruchsvoll." Eine Versachlichung der Diesel-Debatte wünscht sich der Verband. "Ich persönlich glaube, dass der Diesel in Europa, wenn wir die Baustelle Stickoxid (NOx) gelöst haben, eine erhebliche Rolle im Markt weiter spielen wird", sagte Wissmann. Keiner solle daraus jedoch den falschen Schluss ziehen, die deutschen Autobauer würden den "guten alten Zeiten" nachhängen, sie würden nicht die Zukunft im Blick haben, so der VDA. "Ganz im Gegenteil! Aus Fehlern lernen, heißt für uns: Zukunftsthemen vorantreiben!" Damit ist die Gefechtslage hier in Frankfurt ganz gut beschrieben.

14.00 Uhr: Wir versprechen uns in jedem Fall zahlreiche Hinweise darauf, wie die vertretenen, namhaften Autobauer die Zukunft anpacken. BMW will morgen ein bisher nicht näher bezeichnetes Elektroauto vorstellen, das wohl zwischen dem i3 und dem i8 einzuordnen ist. Mercedes präsentiert schon heute Abend eine E-Auto-Studie aus der neuen Elektro-Baureihe EQ. Audis E-Tron Sportback gibt einen Ausblick auf autonomes Fahren mit Elektroantrieb. Viele Modelle aus dem Volkswagen-Konzern und von Daimler werden heute auf den traditionellen Partys vor den Pressetagen vorgestellt.

13.40 Uhr: Trotz des enormen Umbruchs, in der sich die Autobranche derzeit befindet, haben allerdings zahlreiche Aussteller für dieses Jahr abgesagt. So hält es beispielsweise Elektroauto-Vorreiter Tesla nicht für nötig, in Frankfurt zu erscheinen. Durch Abwesenheit glänzen auch beispielsweise Volvo , General Motors und Nissan . Ein möglicher Grund: In den vergangenen Jahren hat sich immer stärker der Trend zu eigenen Neuheiten-Events der Hersteller etabliert. Wer den Zeitpunkt des großen Auftritts selbst bestimmt und ganz allein auf der Bühne steht, verspricht sich mehr Aufmerksamkeit.

13.15 Uhr: Der Übergang zur Elektromobilität kostet zunächst einmal sehr viel Geld. Daimler-Chef Dieter Zetsche erklärte unmittelbar vor Beginn der IAA, dass er mit hohen Investitionen und damit auch geringeren Margen rechne als beim aktuellen Modellangebot. Dass die deutschen Autohersteller zunächst einmal viel Geld in die Hand nehmen müssen, um den Umbruch der Autoindustrie erfolgreich zu meistern, ist eigentlich nichts Neues. Anleger zeigten sich dennoch verunsichert und schickten die Aktie von Daimler am Montag zunächst einmal ans Dax-Ende.

12.45 Uhr: Herzlich willkommen zum Liveticker von der Internationalen Automobil-Ausstellung, kurz IAA! Selten hat die Traditionsmesse so viel Aufmerksamkeit erregt wie in diesem Jahr. Denn in der Autowelt ist kaum noch etwas wie es noch vor wenigen Jahren war: Ein Land nach dem anderen kündigt den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor an, zuletzt China. Die Staaten wollen so auf Klimawandel und Smog reagieren.

Die deutschen Hersteller Volkswagen , BMW und Daimler müssen jetzt zeigen, wie sie dem Trend begegnen. Alles auf Elektro, oder haben auch Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe wie Wunder-Diesel eine Chance? Oder sind das alles all zu fantastische Ideen, und die in Frankfurt neu präsentierten Benziner und Diesel haben noch eine lange, goldene Zukunft? Und dann ist da ja noch die potenziell nicht minder disruptive Entwicklung zum autonomen Fahren, die völlig neue Geschäftsmodelle entwickelt.

mit Nachrichtenagenturen

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