04.09.2017  Unternehmensberater sehen Chance auf Innovationsschub

Roland Berger preist heilsame Wirkung von Fahrverboten

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"Verbotsschild für Dieselautos", aufgestellt von der Umweltorganisation Greenpeace
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"Verbotsschild für Dieselautos", aufgestellt von der Umweltorganisation Greenpeace

Für die Autoindustrie sind Fahrverbote erklärtermaßen Teufelszeug. "Fahrverbote sehen wir generell als falschen Schritt an", erklärte zuletzt etwa Volkswagen-Chef Matthias Müller. Auch Politiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bis hin zu den Grünen wollen Fahrverbote als Folge des Abgasskandals vermeiden - und haben sich deshalb am Montag zum Diesel-Gipfel getroffen. Die eine fürchten sinkende Absätze für Diesel-Autos, die anderen wütende Wähler.

Doch neben der Deutschen Umwelthilfe und Greenpeace stellt nun auch die Unternehmensberatung Roland Berger die Vorteile Innenstadt-Sperrungen heraus. Die Radikal-Maßnahme für sauberere Luft - so die Analyse - könnte der Branche Beine machen bei der Entwicklung neuer, sauberer Fahrzeuge. Ein solcher Weckruf sei durchaus hilfreich, da asiatische Länder rasante Fortschritte bei Elektromobilität und autonomem Fahren machten.

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"Fahrverbote schaffen ein Umfeld, das neue Entwicklungen vorantreibt", sagt Roland-Berger-Autoexperte Wolfgang Bernhart gegenüber manager-magazin.de. Manche Regulierungen seien zunächst für einige Firmen schmerzhaft. Doch könnten sie "den Veränderungsprozess beschleunigen". Diesel-Fahrverbote seien womöglich "das richtige Mittel", um Hersteller und Kunden auf elektrische und selbstfahrende Mobilität zu lenken, heißt es im zweiten "Automobil-Disruptions-Radar" von Roland Berger.

In zahlreichen europäischen Metropolen, darunter Paris, Oslo, London, Stuttgart und München, stehen weitreichende Einfahrverbote oder -Beschränkungen Fahrverbote für Diesel-Autos im Raum. Die Stadtverwaltungen wollen damit die Luftqualität verbessern und das Smog-Risiko senken.

Einen Schub hat die Diskussion um Sperrungen durch den Abgasskandal bekommen. Dabei wurde für eine breite Öffentlichkeit deutlich, dass die allermeisten Diesel-Fahrzeuge während der Fahrt viel mehr Stickoxide ausstoßen als beim offiziellen Prüfverfahren.

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Doch laut den Fachleuten von Roland Berger bedrohen weniger Fahrverbote und Emissionsvorschriften die Schlagkraft der europäischen Autoindustrie als ein verschleppter Wandel zu neuen Antrieben und Techniken des autonomen Fahrens. "Gesetze schaffen den Rahmen für Innovation" so Bernhart. "Ohne bestimmte Regeln droht Stillstand in den einzelnen Ländern." Ein Verbot des Verbrennungsmotors lehnt Bernhart demgegenüber als zu weitgehend ab.

Die Unternehmensberater haben zuletzt beobachtet, dass China und andere asiatische Staaten den Rest der Welt bei automobilen Zukunftstechniken abzuhängen drohen. "Mehrere Länder in Asien haben derzeit die Führung übernommen" sagt Bernhart. "Diese Gruppe darf sich aus europäischer Sicht nicht absetzen."

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