18.07.2017  Autoindustrie fürchtet Motor-Verbot

Warum dem Verbrenner plötzlich das Zwangs-Aus droht

Von , Berlin

Dieselmotoren-Fertigung von VW in Salzgitter
DPA
Dieselmotoren-Fertigung von VW in Salzgitter

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) lädt zum Gespräch über ein Verbot für Verbrennungsmotoren - eine solche Veranstaltung wäre vor wenigen Jahren vielleicht als Aprilscherz durchgegangen. Otto- und Dieselaggregate sind seit weit über 100 Jahren die DNA der deutschen Fahrzeugbranche, sie verdient mit ihnen jedes Jahr Milliarden. Und nun sollen sie per Federstrich des Gesetzgebers verschwinden?

Die Autoindustrie nimmt diese Bedrohung extrem ernst. Der Abgasskandal, das Pariser Klimaschutzabkommen und verbesserte technische Alternativen zum Verbrenner haben ein Umfeld geschaffen, in dem die einst als völlig abstrus erscheinende Maßnahme in Deutschland, aber auch anderen Ländern wie Norwegen, Frankreich oder Indien, sachlich debattiert wird. Mal geht es um ein Ausstiegsjahr 2030 (Deutschland, Indien), mal ist eher von 2040 die Rede (Frankreich).

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Um ein Verbot abzuwenden, hat der VDA einen der angesehensten Wirtschaftswissenschaftler des Landes zu Hilfe gerufen: Clemens Fuest, Chef des Münchener ifo-Instituts. Das Ergebnis seiner Studie zu den Auswirkungen einer solchen Maßnahme überrascht wenig: Es gebe "bessere Instrumente als ein Zulassungsverbot", um der Umwelt zu helfen und sauberen Technologien zum Durchbruch zu helfen. Mehr als 600.000 Industriearbeitsplätze seien betroffen. Ein "Verbot des Verbrennungsmotors ist der falsche Weg", schlussfolgert der VDA.

Doch damit dürfte die Diskussion keinesfalls beendet sein. Vielmehr zeichnet sich ein Verbrenner-Verbot als heißes Thema für die Bundestagswahl 2017 ab. Hier die wichtigsten Fragen zur Debatte um die Zukunft der Diesel- und Benzinmotoren.

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