18.07.2017  Übergang zu Elektroautos schafft kurzfristig neue Jobs

Warum Hybridautos der Autobranche 25.000 neue Jobs bringen

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Ein VW-Mitarbeiter befestigt ein Bauteil am Motorblock für den Hybrid-Golf.
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Ein VW-Mitarbeiter befestigt ein Bauteil am Motorblock für den Hybrid-Golf.

Hybridautos könnten zum Rettungsanker für Tausende Beschäftigte in der deutschen Autoindustrie werden. Das legt eine neue Studie der Unternehmensberatung AlixPartners nahe, die manager-magazin.de vorliegt.

Die Erkenntnisse mildern die Furcht vor dem Arbeitsplatz-Verlust durch den Umstieg auf neue Antriebsformen. So hatte Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht etwa im November im manager magazin gewarnt, durch den Übergang zur Elektromobilität könnten im Extremfall von heute sieben Arbeitsplätzen in der Motoren- und Aggregatefertigung nur einer übrig bleiben - und damit eine breite Debatte angestoßen. Denn die Elektroautos benötigen kein Getriebe, haben deutlich weniger Teile und sind deshalb weniger aufwändig in der Herstellung. Allerdings sind rein batteriebetriebene Autos nach wie vor sehr teuer und beim Tanken weniger komfortabel als herkömmliche Fahrzeuge.

Die Autobranche setzt deshalb für den Massenmarkt vorerst auf Hybridfahrzeuge, die neben einem Verbrennermotor auch eine weniger leistungsstarke Batterie für kurze Elektrofahrten an Bord hat. Das hält nicht nur die Kosten für die teuren Akkus im Zaum - es dürfte auch eine Zeitlang die Beschäftigung der deutschen Arbeitnehmer sichern, wie die AlixPartners-Studie zeigt. Und nicht nur das.

Ausweitung der Beschäftigung - aber nur bis circa 2030

"Elektroautos werden Verbrennungsmotoren nicht kurzfristig verdrängen. Vielmehr wird es eine Übergangsphase geben, in der es durch die Elektrifizierung, insbesondere die Fertigung von Hybridantrieben, sogar zu mehr Arbeitsplätzen in der Montage von Motoren und Getrieben bei den Automobilherstellern kommt", sagt Jens Haas, Automobilexperte bei AlixPartners und einer der Autoren der Studie. Allerdings, und das wird für die Autohersteller ziemlich herausfordernd, dürften diese zusätzlichen Arbeitsplätze etwa ab 2030 wieder wegfallen.

Alix Partners erklärt das so: Bis zum Jahr 2030 wird der Anteil von mit Strom betriebenen Autos deutlich ansteigen. In 13 Jahren sollen reine Batterieautos und Hybridwagen bereits 65 Prozent aller Neuwagenverkäufe in Europa ausmachen, prognostiziert die Studie.

Die Ausweitung der Verkaufszahlen für Hybride sorge zunächst für einen Anstieg der Beschäftigung. "Wenn ich bei einem Hybridauto zwei Antriebsstränge im Fahrzeug habe, haben die Hersteller zwar nicht die doppelte Arbeit. Doch eine Mehrarbeit haben sie auf jeden Fall", erläutert Haas.

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