17.07.2017  Avtovaz auf Schrumpfkurs

Lada-Hersteller streicht mehr als 8000 Jobs

Werk in Togliatti an der Wolga: Arbeiter des Autobauers Avtovaz
DPA
Werk in Togliatti an der Wolga: Arbeiter des Autobauers Avtovaz

Der krisengeschüttelte russische Autobauer Avtovaz setzt seinen Sparkurs fort und will bis 2018 mehr als 8000 Mitarbeiter entlassen. Avtovaz ist der Hersteller der Traditionsmarke Lada und Marktführer in Russland.

In diesem Jahr sollten 6000 Stellen gestrichen werden, 2018 seien weitere 2200 Entlassungen geplant, kündigte der Vertreter von Präsident Wladimir Putin im Föderationsbezirk Wolga, Michail Babitsch, am Montag unter Berufung auf Avtovaz an. Damit würde der russische Autobauer , der mehrheitlich Renault-Nissan gehört, etwa jede zehnte Stelle streichen.

"Uns ist sehr wichtig, dass die sozialen Garantien (...) eingehalten werden", sagte Babitsch Agenturen zufolge in Moskau. Die Betroffenen müssten die Möglichkeit zur Umschulung und neue, gut bezahlte Jobs bekommen.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Konzern mit Sitz in Togliatti an der Wolga Tausende Mitarbeiter entlassen, um Kosten zu senken. Avtovaz hatte seit Beginn der Absatzkrise 2012 immer weniger Fahrzeuge verkauft und 2015 sowie 2016 Milliardenverluste verbucht.

Lada Granta: Die Marke Lada spürte zuletzt wieder Aufwind, dennoch will der Hersteller viele Jobs in Russland streichen
LADA
Lada Granta: Die Marke Lada spürte zuletzt wieder Aufwind, dennoch will der Hersteller viele Jobs in Russland streichen

Seit Jahresbeginn zeichnet sich eine Trendwende ab: Lada verkaufte 13 Prozent mehr Autos als im ersten Halbjahr 2016. Zum Jahr 2018 will der Konzern wieder schwarze Zahlen schreiben.

Erst im Januar hatte Avtovaz-Chef Nicolas Maure der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Dieses Jahr sind keine harten Maßnahmen geplant." Er hatte aber angedeutet, dass Mitarbeiter im Zuge von Umstrukturierungen in andere Bereiche oder zu Partnerfirmen vermittelt werden könnten. Auch jetzt sagte Maure bei einer Konferenz, es gebe an manchen Stellen zu viel und an anderen, etwa bei Zulieferern, zu wenig Personal. Der Konzern müsse darauf flexibel reagieren.

Die russische Autobranche, einst Hoffnungsmarkt für westliche Großkonzerne, steckt seit Jahren in einer Krise. Deutsche Marken haben zuletzt dennoch ihr Engagement ausgebaut. So errichtet etwa Daimler ein Werk nahe Moskau. Dort sollen ab 2019 dann E-Klasse-Limousinen und Geländewagen vom Band laufen.

rei mit dpa-afx

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