28.06.2017  Rohstoff-Deal und neue Fabrik

Bock erhöht Einsatz bei BASFs Elektroauto-Wette

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Produktion bei BASF-Partner Norilsk Nickel
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Produktion bei BASF-Partner Norilsk Nickel

BASF-Chef Kurt Bock verstärkt das Engagement seines Konzerns beim Thema Elektroauto. Der Dax-Konzern will laut einer Mitteilung vom Dienstag in einem ersten Schritt bis zu 400 Millionen Euro in den Aufbau einer Produktionsstätte für Materialien für Lithium-Ionen-Batterien investieren.

BASF verhandelt nun mit dem russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel (Nornickel) über Rohstofflieferungen für diese Produktion. Nornickel würde für eine sichere Versorgung mit Nickel und Kobalt zu Marktpreisen aus seinen Minen in Russland sorgen, hieß es.

"Die beabsichtigte Zusammenarbeit mit Nornickel und der Bau neuer Produktionsanlagen für Batteriematerialien in Europa werden zu einer stabilen Lieferkette führen und es BASF ermöglichen, die Produktion von Batteriematerialien global auszuweiten", zitiert der Konzern den Leiter des Unternehmensbereichs Catalysts, Kenneth Lane, in einer Pressemitteilung. Der Konzern wolle "branchenführende Produktionsanlagen für Kathodenmaterialien in Europa" aufbauen. Ein genauer Standort wurde noch nicht genannt.

BASF hat den Markt für Lithium-Ionen-Batterien und speziell Nickel-Kobalt-Zellen schon länger im Blick. Der Konzern erwartet, dass der Absatz von diesen Akkus stark zunimmt, wenn der Verkauf batteriebetrieber Fahrzeuge weiter steigt.

"Verschiedene Hersteller von Batteriezellen haben den Bau von Produktionsanlagen für Batterien für elektrische Fahrzeugantriebssysteme in Europa angekündigt oder bereits damit begonnen", heißt es bei BASF. Die lokale Produktion von Vorstufen für Kathodenmaterialien sei wichtig, um die Entwicklung dieser Branche in Europa zu unterstützen.

Zuletzt hatte ein Patentstreit mit dem belgischen Metallkonzern Umicore um die Technologie BASFs Ambitionen blockiert. Im Frühjahr dieses Jahres haben sich die Unternehmen dann jedoch außergerichtlich auf ein Modell verständigt, bei dem Umicore die Kathoden in Lizenz herstellen darf.

Elektroauto-Batterien auf Basis von Nickel und Kobalt verfügen über eine besonders hohe Energiedichte. Gleichzeitig sind die Abstriche bei Sicherheit und Lebensdauer nicht allzu groß. Autohersteller, aber auch Produzenten stationärer Speicher fürchten jedoch Probleme beim Rohstoffnachschub. Diesen Ängsten begegnet BASF jetzt mit dem Lieferversprechen.

Vor allem chinesische Autohersteller wie BYD setzen stärker auf Alternativen wie Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Sie sind weniger rohstoffkritisch, aber die Energiedichte ist deutlich geringer.

mit dpa-afx

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