14.06.2017  Post und Ford bauen größeren E-Transporter

Der "Streetscooter" bekommt Zuwachs

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Großer Bruder in Sicht: Der neue "Streetscooter" soll über 20 Kubikmeter Ladekapazität verfügen und mit seiner Batterie bis zu 80 Kilometer weit fahren können
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Großer Bruder in Sicht: Der neue "Streetscooter" soll über 20 Kubikmeter Ladekapazität verfügen und mit seiner Batterie bis zu 80 Kilometer weit fahren können

Daimler und Co aufgepasst: Die Deutsche Post baut ab Juli eine größere Version ihres Elektro-Transporters "Streetscooter". Für den 20 Kubikmeter großen Lieferwagen kooperiert die Post mit Ford. Das Auto ist zunächst für den eigenen Bedarf gedacht. Später sollen es auch externe Kunden wie Handwerker kaufen können.

Der Elektro-Lieferwagen der Deutschen Post hat bereits für viel Aufsehen gesorgt. Ermutigt von dem Erfolg des "Streetscooter" will der Konzern zusammen mit den Kölner Ford-Werken nun einen deutlich größeren Elektro-Transporter auf den Markt bringen.

Die Produktion für den "Streetscooter Work XL", wie das neue Modell intern firmiert, soll im Juli beginnen, sagte am Mittwoch ein Post-Sprecher im Gespräch mit manager-magazin.de. Bis Ende 2018 will die Post mindestens 2500 Fahrzeuge des Typs im innerstädtischen Lieferverkehr einsetzen und so zum größten Produzenten mittelschwerer Elektro-Lieferfahrzeuge in Europa aufsteigen.

Der neue Streetscooter wird mit 20 Kubikmetern Ladekapazität etwa fünfmal so viel Platz bieten wie die erste Version des Lieferwagens, den die gleichnamige Post-Tochter in Aachen baut. Die mit einem Ford-Transit-Fahrgestell ausgestattete größere Version soll ebenfalls dort entstehen.

"Wir brauchen viele Paketwagen, deshalb werden wir den Elektro-Transporter zunächst nur für den eigenen Bedarf produzieren", sagte der Sprecher weiter. Ein Verkauf des Elektro-Lieferwagens mit 80 Kilometern Reichweite sei zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Eine Preisvorstellung hat die Post dafür noch nicht. Die kleinere Version ist ab 32.000 Euro aufwärts zu haben.

20 Kubikmeter Ladekapazität, 80 Kilometer Reichweite

Obwohl der Logistikkonzern bislang nur über eine kleinere Produktionsstätte in Aachen verfügt, brachte die Post im vergangenen Jahr 1669 seiner gelben "Streetscooter" auf die Straßen. Das ist Platz vier in der Statistik zugelassener reiner Elektroautos in Deutschland.

Von dem Erfolgslieferwagen, den mittlerweile seit gut zwei Monaten auch private Kunden ordern können, will der Konzern künftig bis zu 20.000 Exemplare pro Jahr produzieren - künftig auch in anderen Farben. Dazu werde die Post noch in diesem Jahr eine zweite Fabrik in NRW aufziehen, hatte Post-Vorstand Jürgen Gerdes bereits im April angekündigt. Mittelfristig will die Post ihre gesamte Brief- und Paketzustellflotte von knapp 50.000 Fahrzeugen durch Elektro-Wagen ersetzen.

Lesen Sie auch: Wie der Streetscooter die Autowelt auf den Kopf stellt

Doch die Pläne gehen weiter, so erwägt der Logistikkonzern, das Auto für den Eigenbedarf und Fremdkunden auch im europäischen Ausland auf die Straße zu bringen. Zugleich plant die Post den Sprung nach Übersee, wie Gerdes erklärte. Dauerhaft könnten dann bis zu 100.000 Elektrotransporter pro Jahr in weltweit insgesamt zehn Werken vom Band rollen.

Drohende Fahrverbote für Dieselautos in mehreren Städten sorgen bei Dieselfahrern für Unruhe. Zuletzt kündigte die Stadt München an, sie erwäge, Diesel-Autos aus der Innenstadt zu verbannen. Solche Verbote dürften auch klassische Lieferwagen von Paketdiensten treffen. In diese Lücke stößt die Post mit ihrem Angebot. Die Expansionspläne des Konzerns und der Verkauf sind zugleich eine Kampfansage an die großen Autohersteller, die sich noch überwiegend noch in Tests versuchen.

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