26.05.2017  Streetscooter-Erfinder baut Elektro-Kleinwagen in Aachen

Wird Aachen Elektroauto-Mekka - oder doch "Silizium-Sachsen"?

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Made in Aachen: Die Streetscooter-Elektrolieferwägen der Deutschen Post werden in der rheinischen Stadt gebaut
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Made in Aachen: Die Streetscooter-Elektrolieferwägen der Deutschen Post werden in der rheinischen Stadt gebaut

Mit seinem Elektro-Lieferwagen Streetscooter hat der Aachener Universitätsprofessor Günter Schuh Daimler, VW und Co. vorgeführt. Die Deutsche Post kaufte den Aachener Spezialisten, stellt nun in Eigenregie ihre Fahrzeuge für die Paketauslieferung in Städten her - und will mit dem Streetscooter kräftig expandieren.

Nun will Schuh noch einmal zeigen, dass Elektroautos für den Stadtbetrieb nicht teuer sein müssen. Der Professor der RWTH Aachen plant nun einen Elektro-Kleinwagen für Privatkunden. Das elektrische Stadtauto "e.GO Life" soll 2018 in Serie gehen. Pro Jahr könnten in der neuen Aachener Produktion bis zu 10.000 Autos produziert werden, teilte das Unternehmen e.GO Mobile AG mit. Schuh leitet die e.GO Mobile AG als Vorstandschef. Die Post-Tochter Streetscooter und e.GO Mobile arbeiten nach Angaben beider Unternehmen unabhängig voneinander.

Der Ansatz für das neue Stadtauto sei der gleiche wie beim Streetscooter, sagte der Projektleiter für die Fahrzeugentwicklung, Matthias Kreimeier: "Das Einsatzfeld eines Elektroautos ist aus wissenschaftlicher Sicht die Stadt mit kurzen Strecken." Für die kurzen Zyklen von Gasgeben und Abbremsen sei der Elektroantrieb am besten geeignet. Das zeige auch der hohe Verbrauch bei Verbrennungsmotoren.

Aachen wird zum wichtigen Elektroauto-Produktionsstandort

Das neue Aachener Elektroauto komme mit einer relativ kleinen Batterie und kleinem Elektroantrieb aus, sagte Kreimeier. Auf die Unterstruktur der Karosserie würden gefärbte Kunststoff-Formteile statt Blech aufgebracht. Die Material- und Produktionskosten würden dadurch deutlich gesenkt.

Zudem kauft das Unternehmen den Angaben zufolge einzelne Komponenten wie Batterien, Scheinwerfer oder Sitze ein. "Einen Scheinwerfer von Null zu entwickeln, da reden wir über Entwicklungskosten von Millionen", meint Kreimeier. "Wir gehen den Weg und sagen, den Luxus gönne ich mir hier nicht an der Stelle, sondern schaue, wo gibt es bestehende Scheinwerfer, die ich frei am Markt kaufen kann."

Die Autos der Streetscooter GmbH der Deutschen Post werden derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Waggonfabrik Bombardier in Aachen gefertigt. Die Jahreskapazität erreicht bei zwei Schichten ein Volumen von 10.000 Fahrzeugen pro Jahr.

Mit dem selbstgebauten Streetscooter macht der Bonner Logistikriese den klassischen Autobauern Konkurrenz. Ende April hatte Vorstandschef Frank Appel erklärt, die Post betreibe mit rund 2500 Elektrolieferwagen die größte kommerzielle E-Flotte in Deutschland. Bis Ende 2017 werde sich die Zahl der Elektrowagen mindestens verdoppeln. Der Logistiker biete die Autos künftig auch externen Kunden an und werde dazu die Produktion der Streetscooter kräftig ausbauen, hatte Appel angekündigt.

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