23.05.2017  Frankreichs Autobauer ziehen davon

Wie Trump deutsche Autobauer im Iran ausbremst

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Straße in Teheran: Die deutschen Autohersteller hofften auf gute Geschäfte im Iran, doch wegen US-Präsident Trump legen sie ihre Pläne vorerst auf Eis
AP/dpa
Straße in Teheran: Die deutschen Autohersteller hofften auf gute Geschäfte im Iran, doch wegen US-Präsident Trump legen sie ihre Pläne vorerst auf Eis

Wolfgang Bernhard fackelte nicht lange. Anfang Januar 2016, wenige Stunden nachdem die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben worden waren, saß der damalige Leiter von Daimlers Lkw-Geschäft schon im Flugzeug. Sein Ziel: Die iranische Hauptstadt Teheran. Zurück kam er mit zwei Verträgen, in denen die baldige Kooperationen mit zwei iranischen Partnern vereinbart war.

Noch im Jahr 2016 wollte Daimler die ersten Schwer-Lkw, säuberlich in einzelne Baugruppen zerlegt, in den Iran liefern und dort zusammenschrauben. Die Fertigung von Motoren und Achsen vor Ort sollte angeschoben, der Leicht-Lkw Canter so bald wie möglich ins Land geliefert werden.

Für ihrenVorwärtsdrang im Iran hatten die Stuttgarter plausible Gründe: Sie hofften auf gute Geschäfte im Mittleren Osten, da der Iran dort zu den größten Volkswirtschaften zählt und der Nachholbedarf nach Ende der Sanktionen groß ist. Mit dem Wiederaufleben-lassen jahrzehntelanger Kontakte hoffte Daimler, chinesischen Lkw-Herstellern und französischen Konkurrenten ein Schnippchen schlagen zu können.

Doch in den siebzehn Monaten, die seither vergangen sind, hat nicht nur Bernhard das Führerhaus bei Daimler verlassen. Auch ihre Pläne für das islamische Land haben die Stuttgarter offenbar stark zurückgefahren. Ein Indiz dafür: Seit Tagen versucht manager-magazin.de, von Daimler Antworten zu erhalten zum aktuellen Stand der Iran-Kooperationen. Trotz mehrerer Rückfragen blieben unsere Fragen bislang unbeantwortet.

"Wir können es uns nicht leisten, Risiken einzugehen"

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Vorsicht statt Vorpreschen scheint Daimlers aktuelle Devise zu sein. Das legt ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters nahe. Laut Reuters haben auch Volkswagen und BMW haben aktuell ihre Pläne für den Iran auf Eis gelegt, hat Reuters von Insidern erfahren. "Wir sind uns bewusst über das große Marktpotenzial im Iran. Aber wir können es uns nicht leisten, irgendwelche Risiken einzugehen", sagte ein Kenner der Materie zu Reuters.

BMW hat Möglichkeiten zur Produktion, Vertrieb und Import in den Iran untersucht. Die Münchner sind nun aber zu dem Schluss gekommen, dass die Zeit dafür noch nicht reif sei. Dabei haben die Autoverkäufe im Iran im ersten Quartal um 50 Prozent angezogen, zeigen Zahlen des Autodaten-Lieferanten IHS.

Den wirklichen Grund für die plötzliche Zurückhaltung der deutschen Autohersteller vermuten Kenner in einem ganz anderen Land: In den USA nämlich, in Person des US-Präsidenten Donald Trump. Der hat die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran, denen ein Vertrag über Nuklearwaffen voranging, im Wahlkampf hart und beständig kritisiert.

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