27.04.2017  Nicht nur Peugeot lockt mit Leasing-Flatrates

So billig geben Autohersteller manche Modelle ab

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Peugeot 208: Der Kleinwagen ist per Leasing um 30 Prozent unterhalb des Listenpreises zu haben. Doch auch andere Autobauer locken bei manchen Modellen mit hohen Rabatten
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Peugeot 208: Der Kleinwagen ist per Leasing um 30 Prozent unterhalb des Listenpreises zu haben. Doch auch andere Autobauer locken bei manchen Modellen mit hohen Rabatten

Unter 100 Euro Leasingrate monatlich für einen Kleinwagen? Ein solches Günstig-Angebot brachte die Führungsspitze von Peugeot und Citroen Deutschland um ihre Jobs - manager-magazin.de berichtete. "Schon krass, wenn eine erfolgreiche Marketingaktion von 1&1 Top-Managern bei PSA den Job kostet", meinte Thomas Schäfer dazu via Twitter. Twitter-Nutzer Michael Grippekoven sah bei dem Kurznachrichtendienst gleich ein #Leasinggate aufziehen.

Bei Peugeots Zusammenarbeit mit Sixt und 1&1 profitierten am Ende vor allem die Kunden, die sich für das Leasing-Angebot entschieden. Denn sie zahlten unter dem Strich 40 Prozent weniger als den Listenpreis. Doch Rabatte von mehr als 30 Prozent auf den Listenpreis sind auch bei anderen Leasingangeboten möglich. Das zeigt die Erhebung des CAR-Instituts für April, die manager-magazin.de exklusiv vorliegt.

Richtig günstig kommen Neuwagenkäufer etwa beim Hyundai-Finanzierungsangebot für den Kompaktwagen i40 davon - dessen Rabatt liegt aktuell bei 33,7 Prozent auf den Listenpreis (1,99 Prozent Zinssatz über vier Jahre, Rabatt von 7500 Euro).

Seats Mii ist mit einem Abschlag von 32 Prozent auf den Listenpreis zu bekommen - wenn sich Käufer auf das Leasingangebot mit 79 Euro Monatsrate und ohne Sonderzahlung einlassen. Die Vier-Jahres-Leasingangebote für den Peugeot 208 (89 Euro Monatsrate, 482 Euro Sonderzahlung, Inzahlungnahme des Altwagens) und Citroens C1 (79 Euro Monatsrate ohne Sonderzahlung, Inzahlungnahme des Altwagens) schlagen sich summa Summarum in Nachlässen von knapp mehr als 30 Prozent auf den Listenpreis nieder. Dahinter folgen zwei Aktionen für Fiats Punto, die inklusive Eintauschprämie auf einen Abschlag von 29,8 Prozent auf den Listenpreis kommt.

Dennoch: Auf die über 40 Prozent Abschlag vom Listenpreis, die drei PSA-Topmanager den Job kostete, kommt die Konkurrenz nicht. Auf unserer Facebook-Seite waren die Leser-Reaktionen auf den Rauswurf der PSA-Deutschlandspitze gemischt. Für eine sehr kurzfristige Aktion sei ein solcher Verkauf zum Selbstkostenpreis durchaus geeignet, befand Facebook-Nutzer Tim Elverich. Er vermutete, dass es bei dem Rauswurf "wohl eher um die Absprache" ging, also um die mangelnde Kommunikation zwischen der deutschen PSA-Führung und ihren Händlern. Manche Leser bereuten, dass sie bei der von Sixt und 1&1 angebotenen 99-Euro-Leasingflatrate nicht zugeschlagen hatten - das Angebot wurde vorzeitig vom Markt genommen.

Facebook-Nutzer Daniels Kaul meinte in seinem Kommentar, dass solche Angebote ständig auch bei anderen Herstellern zu finden seien. "Dafür drei Personen aus der Führungsetage zu entsorgen" sei wohl eher ein vorgeschobener Grund, vermutet er.

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