19.04.2017  Streik-Drohung bei deutscher Tochter ärgert Tesla-Chef

Kulturschock für Elon Musk in der Eifel

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Elon Musk, ehemaliges Kloster in Prüm
AFP, imago
Elon Musk, ehemaliges Kloster in Prüm

2. Teil: Musk führt Lebenshaltungskosten in der Eifel als Argument an

Grohmann war auch schon vor der Übernahme durch Tesla Ende 2016 nicht tarifgebunden. Die Gewerkschaft hatte nun die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Firma mit 680 Beschäftigten gefordert und drohte mit Streik.

"Wir haben vom Unternehmen eine nicht zufriedenstellende Antwort bekommen", sagte Patrick Georg von der IG Metall Trier der "Welt am Sonntag". Diese Woche solle geprüft werden, ob Streiks möglich seien.

Derzeit liege das Lohnniveau um etwa 25 bis 30 Prozent unter dem Tarifgehalt, sagte Betriebsratschef Uwe Herzig der Zeitung. Tesla bietet 150 Euro im Monat mehr.

Musk erklärte in seinem Brief zudem, jeder Grohmann-Mitarbeiter solle Tesla-Aktien im Wert von 10.000 US-Dollar erhalten, die vierteljährlich über die nächsten vier Jahre ausgeschüttet würden. Hinzu komme ein sofortiger Bonus über 1000 Euro in bar.

Es solle Gespräche mit dem Betriebsrat geben, "um sicherzustellen, dass die Vergütung jedes einzelnen Mitarbeiters wettbewerbsfähig ist", kündigte Musk an. "Im Endeffekt wird jeder Tesla-Grohmann-Mitarbeiter die Chance haben, mit Gehalt und Aktienanteilen deutlich mehr zu verdienen als es in der Branche und relativ zu den Lebenshaltungskosten in Prüm üblich ist", versprach er.

Auch in den USA nehmen Gewerkschaften Tesla ins Visier

Auch in den USA ist Tesla zuletzt ins Visier von Arbeitnehmervertretern geraten, nachdem sich ein Mitarbeiter öffentlichkeitswirksam über die Arbeitsbedingungen bei dem Unternehmen beschwert hat.

Die Gewerkschaft UAW hat zuletzt einen neuen Anlauf genommen, die Tesla-Belegschaft stärker zu organisieren.In einem Brief an Musk beklagen sich die Gewerkschafter vor allem darüber, dass Mitarbeiter vertraglich daran gehindert werden, ihre Arbeitsbedingungen öffentlich zu thematisieren. "Diese Vereinbarung verletzt den Geist der Arbeitsgesetze", heißt es in dem Schreiben. Klagen gebe es unter anderem über unfaire Schichtpläne und Sicherheitsstandards.

Anders als offenbar die Gewerkschafter in Deutschland geben die kalifornischen Arbeitnehmervertreter aber ein glühendes Bekenntnis zu Musks Vision ab. "Wir stehen zusammen in unserem Glauben an eine grüne und faire Wirtschaft, die den Planeten rettet", leiten sie ihren Brief ein.

Vielleicht muss sich nun auch die IG Metall etwas pathetischer geben, um den Kulturschock letztlich zu ihren Gunsten zu nutzen.

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mit dpa

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