11.04.2017  Expansionspläne für den "Streetscooter"

Post will mindestens eine weitere Elektroauto-Fabrik bauen

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Post-Chef Frank Appel fährt vor und will den E-Transporter "Streetscotter" in den nächsten Jahren offenbar ganz groß rausbringen
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Post-Chef Frank Appel fährt vor und will den E-Transporter "Streetscotter" in den nächsten Jahren offenbar ganz groß rausbringen

Kampfansage an Volkswagen, Daimler und Co. Die Deutsche Post will zum Massenhersteller für Elektro-Transporter werden und baut dafür mindestens eine weitere Fabrik in Deutschland. Und Post-Chef Frank Appel schmiedet bereits an größeren Plänen für den "Streetscooter".

Anfangs ein wenig belächelt, schwingt sich die Deutsche Post nun auf, ihren Elektrolieferwagen "Streetscooter" auch für andere Interessenten und nicht nur den Eigenbedarf zu produzieren. Ein zweites Werk soll in Nordrhein-Westfalen entstehen, über eine dritte Fabrik in Deutschland werde bereits nachgedacht, berichtet die "Rheinische Post". Zugleich prüfe der Konzern die globale Expansion für seine knallgelben E-Transporter - eine Kampfansage an die deutschen Autobauer.

"Wir werden in NRW eine zweite Fabrik für den Streetscooter aufbauen, die noch dieses Jahr starten soll", sagt Post-Vorstand Jürgen Gerdes der Zeitung. Er treibt mit Streetscooter auch das Start-up voran, das die Post seit 2014 betreibt.

Das Interesse an dem Elektroauto außerhalb des Konzerns scheint groß zu sein. Quasi wöchentlich fragten Geschäftspartner bei dem Vorstand nach, ob der Konzern nicht auch ihnen den "Streetscooter" liefern könnte.

Bereits seit geraumer Zeit zeigt sich, die 2014 von der Deutschen Post übernommene Streetscooter GmbH, 2010 als Startup im Umfeld der RWTH Aachen gegründet, kommt mit der Produktion der elektrischen Paketautos kaum hinterher. Dabei soll das Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Waggonfabrik Bombardier in Aachen bis zu 10.000 Fahrzeuge jährlich herstellen können. Mit der Fabrik in NRW sollen es nun 20.000 E-Transporter im Jahr werden.

Ein Logistik-Konzern, der unter die Autobauer und Autoverkäufer geht - eine abwegige Idee? Für Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen offenbar nicht. Die Post erschließe sich mit dem "Streetscooter" ein interessantes Marktsegment bei anderen Lieferfirmen oder Handwerkern. Die Chancen für das Auto könnten sich rapide erhöhen, weil immer mehr Städte ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge prüften, so der Experte.

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