04.04.2017  US-Elektroautobauer triumphiert an der Börse

Darum ist Tesla zu Recht mehr wert als Ford

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Fahrzeuge vom Typ Tesla Model S
REUTERS
Fahrzeuge vom Typ Tesla Model S

Der Wahnsinn an der Börse hat dieser Tage einen Namen: Tesla . Die Aktien des US-Elektroautobauers haben sich seit Mitte November um zwei Drittel auf etwa 300 Dollar verteuert - Rekordhoch. Knapp 50 Milliarden Dollar ist die Firma von Chef Elon Musk jetzt wert und damit nach General Motors zweitwertvollster Autobauer in den Staaten. Amerikas Auto-Ikone Ford hat Tesla auf Platz drei verdrängt.

Drehen die Investoren jetzt völlig durch?

Keinesfalls. Es gibt gute Gründe dafür, den Aufsteiger aus dem Silicon Valley derzeit höher zu bewerten als viele etablierte Autobauer.

Auf den ersten Blick mutet der Tesla-Hype bizarr an. Das zeigt gerade der Vergleich mit Ford. Dieser bringt auf den ersten Blick ein eindeutiges Ergebnis:

All diese Informationen sind für die Bewertung der Tesla-Aktie allerdings weitgehend belanglos. Denn wie bei allen jungen, stark expandierenden Firmen zählt auch für die Kalifornier nicht was ist oder was war, sondern was wird. Oder genauer: was werden kann.

Nichts anderes tun die Investoren bei Tesla - sie setzen auf Risiko in der Hoffnung, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren zu dem wird, was Ford schon jetzt ist, nämlich zu einem profitablen Autobauer. Es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass es genau dazu kommen wird:

Strukturell verdient Tesla bereits jetzt gutes Geld. Im vierten Quartal 2016 lag die Bruttomarge des Unternehmens bei 19 Prozent, in den drei Quartalen davor waren es 28, 22 und erneut 22 Prozent. Das ist deutlich mehr als Ford vorweisen kann (im Schnitt der vergangenen vier Quartale: 16,2 Prozent) und beispielsweise auch Daimler (Schnitt: 21 Prozent).

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