27.01.2017  Tesla-Chef umgarnt US-Präsidenten

Die unheimliche Nähe des Elon Musk zu Donald Trump

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Waiting for the Deal: Elon Musk (l.) am 23. Januar mit Donald Trump beim Industrie-Gipfel im Weißen Haus
AP
Waiting for the Deal: Elon Musk (l.) am 23. Januar mit Donald Trump beim Industrie-Gipfel im Weißen Haus

Tesla-Chef Elon Musk gilt als Öko-Pionier. Doch ausgerechnet der Elektroauto-Unternehmer preist Öl- und Kohlefreund Donald Trump. Die unerwartete Allianz dürfte sich für beide lohnen - und die deutsche Industrie das Fürchten lehren.

Was für ein Meinungswandel: Noch wenige Tage vor der Wahl zum US-Präsidenten hatte Tesla-Chef Elon Musk für Donald Trump nur ablehnende Worte übrig. Der Kandidat sei "nicht der ideale Mann" für Amerika, sagte Musk bei einem Besuch in Deutschland. Tesla glaube im Gegensatz zu Trump an internationalen Handel und Kooperationen.

Inzwischen gehört der 45-Jährige Musk sogar Trumps Strategie- und Politik-Forum an und ist einer seiner wichtigsten Berater. Bei Industriegipfeln im Trump Tower und dem Weißen Haus saß der Elektroauto-Unternehmer zuletzt ganz in der Nähe des Präsidenten. Trump sei für manche positive Überraschung gut, orakelte Musk.

Dabei sind Musk und Trump auf den ersten Blick wie Feuer und Wasser: Der gebürtige Südafrikaner Musk gilt als Öko-Pionier, der Elektroautos und Solaranlagen zum Durchbruch verhelfen will. Häufig warnt Musk vor dramatischen Folgen der Erderwärmung. Diese könne dazu führen, dass die Menschheit auf den Mars fliehen müsse - natürlich in Kapseln seiner Raketenfirma SpaceX.

Trump hält Klimawandel für "Erfindung der Chinesen"

Trump hingegen hat den Klimawandel einmal als "Erfindung der Chinesen" bezeichnet, die dazu diene, die US-Industrie zu schwächen. Im Wahlkampf versprach er, der Kohleindustrie zu einem Comeback zu verhelfen.

Legendär ist Trumps Kampf gegen Windkraftanlagen in der Nähe seines schottischen Golfplatzes und im Allgemeinen. Gerade hat der Präsident zudem Pläne für die Mega-Ölpipeline Keystone XL reaktiviert, gegen die sich nicht zuletzt Musk öffentlich ausgesprochen hat.

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Das alles scheint derzeit aber kein großes Problem zu sein. Die Regierung werde zwar "nicht negativ für fossile Brennstoffe" sein, sagte Musk nach einem der ersten Treffen mit Trump. "Sie könnte aber auch positiv für erneuerbare Energien wirken."

Zuletzt hat Elon Musk sogar öffentlich Trumps designierten Außenminister Rex Tillerson gelobt. Dieser habe "das Potenzial großartig zu sein", twitterte Musk. "Rex ist ein außergewöhnlich kompetenter Manager, er versteht etwas von Geopolitik und weiß, wie man für sein Team gewinnt."

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