23.01.2017  Trump-Zölle und Brexit als Giftcocktail für VW und Co.

So wird Englands Autoindustrie wieder großartig

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Range Rover, James-Bond-Darsteller Daniel Craig in New York
Land Rover
Range Rover, James-Bond-Darsteller Daniel Craig in New York

Die Autoindustrie in ganz Europa zittert vor Donald Trump und seinen angedrohten, massiven Zöllen auf importierte Autos. In ganz Europa? Tatsächlich könnten Hersteller aus Großbritannien am Ende die ganz großen Gewinner einer protektionistischen Politik sein.

"Der Brexit könnte sich für die englische Autoindustrie auszahlen", vermutet der Duisburger Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Wichtigste Voraussetzung: Trump bietet Großbritannien eine Zollunion an, und die Briten orientieren sich nach dem Brexit tatsächlich wirtschaftlich nach Westen um.

Dass es so kommt, erscheint immer wahrscheinlicher. Am Freitag wird die britische Premierministerin Theresa May als erster offizieller Staatsgast in Washington erwartet.

Unter diesen Umständen hätte die britische Autoindustrie einen enormen Wettbewerbsvorteil. Mexiko und dem Rest der Welt droht Trump hingegen mit Strafzöllen in Höhe von bis zu 35 Prozent. Und die Chancen stehen gar nicht einmal schlecht, dass der Pöbel-Präsident diese sogar am US-Kongress vorbei installiert.

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Besonders Jaguar Land Rover könnte seinen Wachstumskurs in den USA dann relativ ungestört fortsetzen. Schritt um Schritt nähert sich die britische Marke in indischem Besitz (Tata) den deutschen Premium-Platzhirschen an. Vor sieben Jahren setzte der Geländewagen-Primus noch 45.000 Neuwagen in den USA ab, 2016 waren es schon 105.000.

Audi, Daimler und BMW hatten dagegen zuletzt gewisse Probleme in den USA. Der Marktanteil aller deutschen Hersteller sank seit 2011 von 8,6 auf zuletzt 7,3 Prozent (2016), wie das von Dudenhöffer geleitete Center for Automotive Research ermittelt hat. Vor allem Massenhersteller Volkswagen bot den Amerikanern zuletzt zu wenig große Autos wie etwa Geländewagen und SUVs.

"Die Deutschen können seit Jahren im steigenden US-Markt nicht mithalten", sagt Dudenhöffer. "Das könnte sich mit der Trump'schen Importsteuer deutlich beschleunigen."

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