21.09.2018 
Das Portfolio soll weiter wachsen

Uber hat Interesse an Essenslieferant Deliveroo

Von
Fahrradkurier des Lieferdienstes Deliveroo
DPA
Fahrradkurier des Lieferdienstes Deliveroo

Scooter- und Fahrradverleih, Elektroautoflotte, autonomes Fahren - Uber-Chef Dara Khosrowshahi will dem einstigen Taxi-Rambo nicht nur ein neues Image verschaffen, sondern ihn auch auf eine breitere Basis stellen. Jetzt könnte mit Deliveroo noch ein Essenslieferant hinzukommen. Der ist nicht ganz billig und der Deal noch längst nicht in trockenen Tüchern.

Das Image des angeschlagenen Mitfahrdienstes Uber ist nicht das Beste. Dara Khosrowshahi versucht aber seit gut einem Jahr das Beste draus zu machen, das Bild des Taxi-Rambo auszuradieren, das der Gründer und langjährige Uber-Chef Travis Kalanick im kollektiven Gedächtnis von Kunden und Medien hinterlassen hat.

Keine einfache Aufgabe. Doch wenn eines der höchstbewerteten Start-ups im kommenden Jahr wirklich an die Börse will, muss dieses Unterfangen gelungen sein - und Khosrowshahi beweisen, dass Uber noch wachsen kann.

Mit Toyota hatte Uber zuletzt einen kapitalkräftigen Finanzier gefunden, um mit ihm zusammen das kostspielige Zukunftsthema autonomes Fahren anzupacken. Auch in das Geschäft mit dem Verleih von Scootern will Uber groß einsteigen. In Deutschland wiederum wagt das Unternehmen mit dem Verleih von Elektro-Fahrrädern den Neustart, will auch eine Elektroauto-Flotte auf die Straße bringen.

Das neue Bild ist klar umrissen: Uber die moderne Mobilitätsplattform, die auf Elektromobilität setzt und mit den Städten zusammenarbeitet, anstatt sie vor Gericht zu bekämpfen.

Was liegt da näher, das Service-Angebot auszuweiten und den gestressten Großstädtern gegebenenfalls auch noch das Essen vor die Tür zu fahren? Nach einem Bericht der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg prüft Uber nun offenbar eine Übernahme des zuletzt mit zwei Milliarden Dollar bewerteten und in London ansässigen Essenslieferanten Deliveroo. Die Amerikaner müssten für eine Übernahme also wohl tief in die Kasse greifen.

Deliveroo ist insgesamt in elf europäischen Ländern vertreten, auch in Deutschland. Hier allerdings hatte der Essenslieferant zuletzt in zehn Großstädten das Feld geräumt. Man werde sich künftig stärker auf Städte wie Berlin oder Hamburg konzentrieren. Die Konkurrenz ist groß und der Betrieb verschlingt viel Geld.

Gleichwohl scheint Khosrowshahi fest entschlossen, das Geschäft mit Essenslieferung groß auszubauen und Uber damit auf eine breitere Basis zu stellen. Der Mitfahrdienst hat bereits einen eigenen Essenslieferdienst namens Uber Eats im Angebot. Der ist vor allem Nordamerika, aber auch in Europa unterwegs. Gelingt die Übernahme von Deliveroo, was laut Bloomberg keineswegs ausgemachte Sache ist, könnte Uber seine Stellung in Europa deutlich ausbauen.

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