14.02.2018  Singer bleibt zweitgrößter Aktionär - Bain und Cinven droht neuer Ärger

Paul Singer bittet Stada-Eigentümer erneut zum Tanz

Stada: Der aktivistische Investor Paul Singer bleibt an Bord
STADA
Stada: Der aktivistische Investor Paul Singer bleibt an Bord

Beim Arzneimittelhersteller Stada ist der berüchtigte Finanzinvestor Paul Singer weiter zweitgrößter Aktionär. Der US-Amerikaner hielt zum Stichtag 7. Februar noch immer mehr als 15 Prozent an dem Bad Vilbeler Unternehmen, wie aus einer am Mittwoch vorgelegten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht. Einen Teil der Beteiligung hatte zuvor Singers Hedgefonds Elliott gehalten, der nun aber seinen Anteil komplett auf Null reduziert hat. Nach Informationen von manager-magazin.de gingen die Verschiebungen der Anteile im Singer-Imperium auf zwischenzeitliche formelle Fehler zurück.

Stada war im vergangenen Jahr mehrheitlich von den Finanzinvestoren Bain und Cinven übernommen worden, die zuletzt auf rund 65 Prozent kamen. Singer selbst hatte sich hinsichtlich seiner Absichten bislang bei dem MDax-Konzern nicht in die Karten schauen lassen.

Singer hatte den Investoren jedoch mit 74,40 Euro ein höheres Abfindungsangebot abgepresst, als diese zuvor in der monatelangen Übernahmeschlacht geboten hatten. Dieses können Aktionäre nun bis Anfang April annehmen.

Treibt Singer den Preis für Stada noch weiter in die Höhe?

Allerdings liegt der Stada-Kurs seit Monaten deutlich über 80 Euro. Marktbeobachter rechnen deshalb damit, dass sich Singer erneut ein Tauziehen mit den Finanzinvestoren um ein noch höheres Abfindungsangebot liefern könnte.

Die Bank of America dagegen, die zeitweise mit einem Anteil von mehr 5 Prozent als Stada-Aktionär an dritter Stelle folgte, hat sich inzwischen laut einer weiteren Stimmrechtsmitteilung nahezu gänzlich beim Grippostad- und Ladival-Hersteller zurückgezogen.

Stada hatte Anfang des Monats eine außerordentliche Hauptversammlung abgehalten, auf der die Aktionäre einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit Bain und Cinven abgesegnet hatten. Wenige Tage darauf fand die Verschiebung der Anteile statt.

Neuer Chef: Peter Goldschmidt
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Neuer Chef: Peter Goldschmidt

Der Arzneimittelhersteller hat unterdessen einen neuen Konzernchef berufen. Peter Goldschmidt löst zum 1. September den amtierenden Stada-Chef Claudio Albrecht ab, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Albrecht war von vornerein als Übergangschef angetreten, aber erst seit Ende September 2017 an der Spitze.

Der 53-jährige Goldschmidt kommt vom Schweizer Pharmariesen Novartis, wo er für die Tochter Sandoz das Geschäft mit Nachahmermedikamenten in Nordamerika ausgebaut hatte. Goldschmidt werde als erfahrener Manager den "Erneuerungs- und Wachstumskurs bei Stada" fortsetzen, hieß es. Albrecht soll nach der Übergabe in eine "nicht geschäftsführende Position" innerhalb von Stada wechseln.

Goldschmidt ist bereits der fünfte Vorstandschef bei Stada in kurzer Zeit. Im Sommer 2016 trat der langjährige Firmenlenker Hartmut Retzlaff ab. Ihm folgte Matthias Wiedenfels. Als ein erster Übernahmeversuch von Stada durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven scheiterte, musste dieser im Streit mit Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Oetker gehen.

Stada-Übernahme: Der heiße Tanz der deutschen Firmenjäger

Auf Wiedenfels folgte Übergangschef Engelbert Willink und dann Albrecht. Letzterer hatte Bain und Cinven bei der Übernahmeschlacht um den MDax-Konzern beraten und die Stada-Spitze übernommen, da sich so schnell keine dauerhafte Lösung fand.

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