20.07.2017 
Carl Ferdinand Oetker empfiehlt Konzentration

Stadas Aufsichtratschef rät Mitarbeitern von unabhängigen Medien ab

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Carl Ferdinand Oetker, Aufsichtsratschef des MDax-Konzerns Stada. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2008, als er noch für die familieneigene Lampe Bank tätig war.
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Carl Ferdinand Oetker, Aufsichtsratschef des MDax-Konzerns Stada. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2008, als er noch für die familieneigene Lampe Bank tätig war.

Mitten in dem Kampf um die Zukunft des Pharmaherstellers Stada (Grippostad, Ladival) hat deren Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker seine Mitarbeiter zum weitgehenden Verzicht auf unabhängige Medien aufgerufen. Um sich über den Fortgang der Dinge zu informieren, sei es besser, sich auf die offizielle konzerneigene Kommunikation zu verlassen.

Auf einer Mitarbeiterversammlung Anfang Juli sagte er: " Wenn es nicht aus der Ecke unserer eigenen Kommunikation kommt, würde ich manchmal auch wirklich nicht mehr lesen. Die Presse spekuliert sehr gerne. Ich würde mich erheblich mehr auf unsere Unternehmenskommunikation verlassen als auf die Presse." Er bat die knapp 11.000 Mitarbeiter, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren: "Das macht unsere Stada nämlich so stark, wie sie ist."

Für den MDax-Konzern läuft seit dieser Woche ein Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven. Zum Zeitpunkt der Mitarbeiterversammlung war dies bereits absehbar; Anlass des Treffens war allerdings der abrupte Abgang von Vorstandschef Matthias Wiedenfels und Finanzvorstand Helmut Kraft am Tag zuvor.

Auf der Versammlung sagte Oetker den Stada-Mitarbeitern, er habe "keine Ahnung", warum Wiedenfels und Kraft ihr Amt tags zuvor mit sofortiger Wirkung niedergelegt haben. Warum diese Behauptung offensichtlich falsch ist, beschreibt das manager magazin in seiner August-Ausgabe.

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