29.12.2017 
Uber nicht mehr teuerstes Start-up

Softbank-Deal wertet Uber um 30 Prozent ab

Getty Images

Skandale haben Ubers rasanten Aufstieg ins Stocken gebracht, nun ist laut US-Medien auch der Firmenwert des Fahrdienstvermittlers drastisch gesunken. Dem japanischen Telekomkonzern Softbank sei es gelungen, sich zu Discount-Preisen einen großen Aktienanteil zu sichern, berichteten das Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal" und der Finanzdienst Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Insider.

Bei dem Deal werde Uber auf insgesamt 48 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro) taxiert und damit rund 30 Prozent niedriger als zuletzt bewertet. Zuletzt hatte Uber es noch auf fast 70 Milliarden Dollar gebracht. Die bisher größte Beteiligung hatte der saudi-arabische Staatsfonds 2016 noch zu einer Bewertung von 62,5 Milliarden Dollar gekauft.

Im Rahmen eines Aktienverkaufs hatten Investoren und Mitarbeiter nun die seltene Möglichkeit, sich von Beteiligungen an der bislang noch nicht an der Börse gelisteten Firma zu trennen.

Stimmen die Berichte, so dürfte der Rivale Didi Chuxing jetzt mehr wert sein als Uber. Die Chinesen sollen bei ihrer letzten Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 56 Milliarden Dollar frisches Geld bei Investoren besorgt haben. Damit wäre Uber die Krone als teuerstes Start-up der Welt los. Bereits im August hatten einige große Fondsgesellschaften ihre Uber-Anteile deutlich abgewertet.

Ein Grund für die Skepsis der Anleger dürften - neben den Zweifeln am Geschäftsmodell - Ubers etliche Skandale sein. Die Vorwürfe gegen die wegen ihrer aggressiven Unternehmenskultur ohnehin umstrittene Firma reichen von Sexismus und Diskriminierung über Technologie-Diebstahl bis zu Spionage-Affären. Mitte 2017 musste Ubers in die Kritik geratener Chef Travis Kalanick unter dem Druck von Investoren zurücktreten. Seitdem tobt ein Machtkampf im Verwaltungsrat, wo Kalanick noch immer Einfluss hat. Ob er selbst nun auch Aktien verkauft hat, blieb zunächst unklar.

Lesen Sie auch: Wie die Bad Boys des Silicon Valley den Neustart versuchen

Softbank hatte bereits im November eine grundsätzliche Einigung über einen Einstieg bei Uber erzielt. Insgesamt wurde bei dem Aktienverkauf laut "Wall Street Journal" ein rund 20-prozentiger Uber-Anteil angeboten. Softbank habe etwa 15 Prozent abbekommen, weitere 3 Prozent würden innerhalb eines von den Japanern angeführten Bieterkonsortiums verteilt. Softbank wird so zu einem der größten Aktionäre und soll zwei Sitze im Verwaltungsrat erhalten.

Sprecher von Uber und Softbank bestätigten den Einstieg zwar, machten aber keine Angaben zur Bewertung. Neben dem Aktienkauf soll Softbank weitere 1,25 Milliarden Dollar zu einer weitaus höheren Bewertung von rund 68 Milliarden Dollar direkt in Uber investieren. Damit komme man Altanlegern entgegen, die Bedenken haben, dass ihre Anteile durch die niedrigen Preise für Softbank und Co. entwertet würden. Man freue sich, mit den neuen Investoren zusammenzuarbeiten und wolle die Transaktion Anfang 2018 abschließen, teilte Uber mit.

ak/dpa

Mehr zum Thema