18.07.2018  Rekord für Schweizer Uhrenriesen

So verkaufte Swatch in sechs Monaten mehr Uhren als je zuvor

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Die "Bellyma Sky Blue" - eine Uhr aus dem Hause Swatch: Dem Konzern geht es besser denn je.
Swatch
Die "Bellyma Sky Blue" - eine Uhr aus dem Hause Swatch: Dem Konzern geht es besser denn je.

Der Uhrenkonzern Swatch hatte wie die gesamte Branche viele Jahre zu kämpfen, doch inzwischen geht es ihm besser denn je. Schon im vergangenen Jahr legte Swatch eine imposante Gewinnsteigerung um fast 30 Prozent hin. Am heutigen Mittwoch legte das Unternehmen noch einmal nach: Im ersten Halbjahr 2018 verkaufte Swatch - angetrieben vor allem von einer starken Nachfrage in Asien und Amerika - so viele Uhren und Schmuckstücke wie noch nie in einem Halbjahr.

Wie Swatch mitteilte, stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Franken (etwa 3,7 Milliarden Euro) - das ist Rekord für vergleichbare Zeiträume. Ihren Gewinn konnte die Swatch Gruppe sogar noch deutlicher verbessern, nämlich um mehr als zwei Drittel auf 468 Millionen Franken.

Mit diesem Halbjahresergebnis übertraf das Unternehmen die Erwartungen der meisten Experten. Die Analysten der Banken etwa hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz in Höhe von knapp 4,2 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 461 Millionen Franken gerechnet.

Besonders erfreulich für Firmenchef Nick Hayek: Sein Konzern ist offenbar in allen Geschäftsfeldern und weltweit erfolgreich. Die Steigerung von Umsatz und verkauften Uhren fand durchgehend in allen Marken- und Preissegmenten statt, teilte Swatch mit, wobei vor allem die Regionen Asien und Amerika hervorgehoben wurden. Das heißt: Nicht nur das Prestige- und Luxussegment, in dem besonders viel Geld mit jedem verkauften Stück verdient wird, legte deutlich zu, sondern auch das mittlere und untere Preissegment.

Omega ist im Reiche Swatch die Nummer eins

Hintergrund: Swatch ist längst nicht mehr nur der Hersteller ebenso bunter wie preisgünstiger Plastikuhren, die das Unternehmen Ende des vergangenen Jahrhunderts bekannt machten. Insgesamt 18 zum Teil namhafte Marken gehören mittlerweile zu dem Schweizer Uhrenriesen, darunter auch Luxuslabel wie Blancpain, Omega, Breguet, Tissot, Harry Winston oder Glashütte.

Experten zufolge gibt es unter den Konzernmarken allerdings durchaus starke und weniger starke Umsatzlieferanten. Für die Swatch Group seien die Marken Omega, die mit einem Umsatzanteil von knapp 30 Prozent die Nummer eins der Gruppe sei, Longines und Tissot am wichtigsten in Bezug auf Umsatz und folglich auch in Bezug auf den operativen Gewinn, sagt etwa René Weber, Analyst bei der Schweizer Vontobel, zu manager-magazin.de. "Wir gehen davon aus, dass diese Marken auch überdurchschnittliche Margen haben, während die Marge bei der Marke Swatch weiterhin deutlich geringer ist", so Weber. "Aber auch die Marge bei Harry Winston liegt unter dem Gruppendurchschnitt, weil hier stark in den Ausbau investiert wird."

Dass Swatch seinen Gewinn so deutlich stärker steigern konnte als den Umsatz, liegt Weber zufolge vor allem am sogenannten operationalen Leverage: Je mehr Umsatz ein Unternehmen macht, desto weniger belasten relativ betrachtet die Fixkosten das Ergebnis. Bei Swatch etwa seien die Umsätze um 15 Prozent gestiegen, während sich beispielsweise die Personalkosten lediglich um 9 Prozent erhöhten, so Weber.

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