05.02.2019 
Verlust und schwacher Ausblick

Ryanair fliegt in die Miesen

Ryanair-Chef Michael OLeary warnte davor, die Jahresziele möglicherweise zu verfehlen
AFP
Ryanair-Chef Michael OLeary warnte davor, die Jahresziele möglicherweise zu verfehlen

Europas größter Billigflieger Ryanair hat wegen niedrigerer Ticketpreise im dritten Quartal einen Verlust von 20 Millionen Euro erzielt. Auch für den weiteren Geschäftsverlauf zeigte sich das Management skeptisch.

"Wir teilen nicht die jüngsten optimistischen Aussichten einiger Wettbewerber, wonach die Sommerflugpreise 2019 steigen werden", teilte das Management mit. Ryanair gehe davon aus, dass es keine weiteren Ausfälle von europäischen Fluggesellschaften geben werde und daher 2019 weiterhin mit überschüssigen Kapazitäten auf der Kurzstrecke zu rechnen sei. Erst Mitte Januar hatte Ryanair seine Ziele für das Geschäftsjahr 2018/19 zum zweiten Mal gesenkt.

Das Unternehmen warnte nun, möglicherweise könnten bei einem weiteren Rückgang der Preise auch die erst jüngst reduzierten Jahresziele verfehlt werden. Dies gelte besonders im Falle eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU.

Die Airline hat im dritten Geschäftsquartal (bis 31. Dezember) einen Verlust in Höhe von 19,6 Millionen Euro ausgewiesen. Ryanair-Chef Michael O'Leary nannte die neusten Quartalszahlen "enttäuschend". Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von knapp 106 Millionen Euro verbucht.


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Außer sinkenden Ticketpreisen belasteten nach Angaben des Konzerns höhere Personalkosten und Kerosinpreise sowie Entschädigungszahlungen für verspätete und ausgefallene Flüge den Gewinn.

Mitte Januar hatte der irische Billigflieger bereits zum wiederholten Mal die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Wegen des Preisdrucks der Branche dürfte der Gewinn bei noch 1 bis 1,1 Milliarden Euro liegen, hieß es. Es war die zweite Gewinnwarnung innerhalb kurzer Zeit, bereits im Oktober hatte Ryanair wegen Streiks und teurerem Kerosin die Erwartungen verringert. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2017/2018 verbuchte Ryanair 1,45 Milliarden Euro Nettogewinn.

Konzern wird aufgeteilt

Wie das Unternehmen nun weiter ankündigte, soll eine neue Konzernstruktur künftig Kosten sparen. Binnen zwölf Monaten würden vier Untergesellschaften aufgebaut, teilte Ryanair mit. Ziel seien unter anderem Kostenreduzierung und mehr Effizienz. O'Leary soll demnach die übergeordnete Dachgesellschaft leiten; sein Vertrag werde um fünf Jahre verlängert.

Bei den künftigen Untergesellschaften soll Ryanair DAC für den irischen Heimatmarkt zuständig sein. Daneben gibt es Ryanair UK für das britische Geschäft, Laudamotion für Österreich und Ryanair Sun für Polen. Die Neuaufstellung ähnelt der Struktur des Luftfahrtriesen IAG, zu dem unter anderem British Airways und Iberia gehören.

Reuters/dpa-afx/afp

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