28.05.2017  Deutschlands unbekannteste Milliardärsfamilie

Reimann-Holding verwaltet bereits 70 Milliarden Dollar

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JAB-Chef Peter Harf: Dealmaker für eine der reichsten Familien der Republik
REUTERS
JAB-Chef Peter Harf: Dealmaker für eine der reichsten Familien der Republik

Die Industriellenfamilie Reimann, die zu den reichsten der Republik gehört, weitet ihr Imperium rasant aus. Ihre Beteiligungsgesellschaft JAB Holding verwaltet mittlerweile ein Anlagevermögen von 70 Milliarden Dollar, sagte JAB-Chef Peter Harf gegenüber dem manager magazin, das seit Freitag (26. Mai) im Handel ist.

JAB hält Anteile unter anderem am Waschmittelriesen Reckitt Benckiser (Calgon, Kukident) und dem Duftmulti Coty. Seit einigen Jahren investiert die Holding vor allem in Kaffeeröster und Coffeeshops. Im Quartalstakt hat JAB Multimilliarden in Unternehmen wie Jacobs Douwe Egberts oder den amerikanischen Kapselspezialisten Keurig Green Mountain investiert. Die Hälfte des JAB-Kapitals steckt inzwischen in Kaffeebohnen.

90 Prozent des JAB-Stammkapitals halten die Geschwister Wolfgang Reimann und Renate Reimann-Haas, ihre Halbbrüder Matthias und Stefan Reimann-Andersen sowie zehn erwachsene Kinder. In den vergangenen fünf Jahren vertrauten dem JAB-Team um Peter Harf auch familienfremde Großinvestoren ihr Geld an.

Harf sammelte 5,3 Milliarden Dollar über JAB-Fonds ein, knapp 4 Milliarden Dollar holte er von drei Direktinvestoren herein: BDT Capital Partners, Patrinvest und Quadrant Capital Advisors. Hinter den Investmentcompanys stehen einflussreiche Familien, mit denen Harf und seine zwei JAB-Partner Olivier Goudet und Bart Becht seit Langem verbunden sind.

Auch die einst ausbezahlte Andrea Reimann-Ciardelli ist wieder als Aktionärin mit dabei. Das Kapital soll unter anderem für Zukäufe im Bereich Fast Moving Consumer Goods verwendet werden.

Zur Leistungssteigerung ihres Führungspersonals setzt die JAB auf ein ungewöhnliches Anreizprogramm: Sie verlangt, dass die Schlüsselkräfte mindestens 80 Prozent ihres Vermögens in der JAB oder deren Tochtergesellschaften anlegen. Der Wert der Anteile ist im Wesentlichen an die Entwicklung des Eigenkapitals gekoppelt. Und die zeigte bislang nur nach oben. So konnte Ende März 2017 allein Peter Harf JAB-Aktien im Wert von 325 Millionen Dollar in Besitz nehmen.

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