14.02.2019 
Nach erfolgreichem Umbau

Puma kann in Asien punkten

Puma-Logo in Herzogenaurach
DPA
Puma-Logo in Herzogenaurach

Die schwachen Jahre bei Puma sind vorbei. Der Sportartikelhersteller konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Gewinn deutlich steigern. Und es gibt weitere gute Neuigkeiten aus Herzogenaurach.

Die eigenen Erwartungen konnte Puma mit einem währungsbereinigten Erlös von 4,65 Milliarden Euro übertreffen. Das ist eine Steigerung von knapp 18 Prozent, wie die weltweite Nummer drei hinter Nike und Adidas mitteilte. Dafür sind vor allem kräftige Zuwächse in Asien verantwortlich. Bis 2021 oder 2022 peilt Puma eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 10 Prozent an. 2018 waren es 7,25 Prozent. Der Umsatz soll sich dabei pro Jahr um rund 10 Prozent erhöhen, von Währungseffekten abgesehen.

Im vergangenen Jahr wuchs Puma in Asien währungsbereinigt mit fast 29 Prozent am stärksten, wobei China und Südkorea den Umsatz trieben. Europa und Afrika hinkten mit 11 Prozent etwas hinterher. Mit Textilien (plus 22 Prozent) wuchs der Konzern erneut stärker als mit Schuhen (plus 17 Prozent).

Das zweite Comeback

Die positiven Zahlen sind das Ergebnis eines jahrelangen Umbaus bei Puma. Als Vorstandschef Björn Gulden vor vier Jahren ins Amt kam, sah die Welt noch etwas anders aus. Puma hatte den Konkurrenzkampf gegen den historischen Gegner Adidas verloren. Und musste zeitweise den dritten Platz sogar an Under Armour abgeben.

Der Grund wird dafür der falschen Ausrichtung des Konzerns gegeben. Im Jahr 2007 verkaufte der damalige Puma-CEO Jochen Zeitz mehrheitlich an den französischen Luxusgüteranbieter Pinault Printemps Redout (PPR), heute Kering. Doch der Versuch sich im Modesegment zu etablieren, scheiterte.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Der frühere Puma-CEO Jochen Zeitz hatte in Anbetracht der starken Konkurrenz von Nike und Adidas in den Nullerjahren beschlossen, auf mehr Quantität statt Qualität zu setzen. Die Restrukturierung unter Zeitz führte das Unternehmen aus der Krise und 2007 folgte der Verkauf an PPR. Doch Zeitz' direkter Nachfolger Franz Koch konnte die Vision nicht weiterführen. Die Abhängigkeit von der neuen Mutter bekam Puma nicht gut und Koch gab 2013 das Amt an Gulden ab. Der ehemalige norwegische Fußballer war vorher Chef bei Deichmann - und arbeitete für Adidas.

Nachdem Großaktionär Kering 2018 teilweise wieder ausgestiegen war, ist der Konzern nun auch wieder im MDax gelistet. Die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft - Sport - hat sich also ausgezahlt. In Amerika, wo der Konzern 2018 nach 17 Jahren auf den lukrativen Basketball-Markt zurückkehrte, legten die Umsätze ohne Wechselkurseffekte um 17 Prozent zu.

Doch nicht nur die Konzentration auf das andere Marktsegment bringt Puma den beschriebenen Erfolg. Das Internet tut sein Übriges. Fast jeden vierten Euro erwirtschaftet Puma inzwischen im Netz oder in den eigenen Läden. Der deutsche Sportartikel-Handel war im vergangenen Jahr kaum gewachsen, wie die Einkaufskooperationen Intersport und Sport2000 kürzlich berichteten.

lwe/ dpa/ rtr

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