17.05.2018 
Aktie erholt sich von Kurssturz

Fortschritte bei Krebsmitteln stützen Merck

Merck in Darmstadt: Kursgewinne nach Studiendaten zu Krebsmittel Avelumab
DPA
Merck in Darmstadt: Kursgewinne nach Studiendaten zu Krebsmittel Avelumab

Positive Studiendaten bei seinen Krebsmedikamenten sorgen dafür, dass Anleger bei Aktien von Merck wieder zugreifen und der stark gebeutelte Kurs zu einer Erholung ansetzt. Die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns stiegen am Donnerstag um fast drei Prozent auf 83,20 Euro und waren größter Gewinner im Dax. Zuvor hatte sie jedoch deutlich nachgegeben, die Verluste der vergangenen 12 Monate betragen mehr als 30 Prozent.

Die Darmstädter hatten am späten Mittwochabend vorläufige Daten aus Studien im frühen und mittleren Stadium mit ihren Krebsmitteln veröffentlicht, die detaillierter Anfang Juni auf dem weltgrößten Krebskongress ASCO in Chigago vorgestellt werden sollen. Diese Daten seien sehr positiv ausgefallen, urteilte Analyst Wimal Kapadia von Bernstein. "Die Pipeline von Merck sorgt endlich für etwas Begeisterung." Zuvor hatte bereits der Vorsitzende des Familienrates des Pharmakonzerns, Frank Stangenberg-Haverkamp, in einem Interview mit manager magazin über die nach seiner Ansicht niedrige Bewertung des Unternehmens gesprochen.

Hoffnung auf neues Krebsmedikament Bavencio

Denn lange hatte das Unternehmen kein glückliches Händchen bei der Entwicklung neuer Medikamente. 2017 durfte Merck mit der Krebsimmuntherapie Bavencio erstmals seit neun Jahren wieder eine neue Arznei auf den Markt bringen.

Wie die Südhessen mitteilten, führte die Krebsimmuntherapie M7824 in einer kleinen Studie zur Behandlung von nicht kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) bei 40,7 Prozent der Patienten zu einem Schrumpfen des Tumors. Die Tumore dieser Patienten hatten mindestens einen gewissen Anteil an dem Protein PD-L1, das dem Krebs hilft, eine Immunreaktion zu umgehen. Bei Patienten mit einem PD-L1-Level von mindestens 80 Prozent verkleinerte sich der Tumor sogar bei gut 71 Prozent von diesen. In einer anderen Studie mit dem Krebsmittel Tepotinib wurde bei 60 Prozent der Studienteilnehmer eine Verkleinerung des Tumors festgestellt.

Merck: Warum das Familienoberhaupt Merck für unterbewertet hält

Die beiden Mittel gehören neben der Krebsimmuntherapie Bavencio (Avelumab) zu denen am stärksten beachteten Projekten in der Pharma-Pipeline von Merck. Für die Weiterentwicklung dieser Substanzen ist der Konzern jedoch auf Partner angewiesen.

Gerade bei dem Mittel M7824 dürfte Merck KGaA mit den nun veröffentlichten Daten aber keine Probleme zu haben, einen Partner zu finden, meinte Analyst Kapadia.

la/dpa

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