12.03.2018 
Umbau bei Goldman Sachs

David Solomon wird alleiniger Kronprinz für Blankfein-Nachfolge

Goldman Sachs-CEO Lloyd Blankfein: "Komme mir vor wie Huck Finn"
DPA
Goldman Sachs-CEO Lloyd Blankfein: "Komme mir vor wie Huck Finn"

Die Gerüchte um einen baldigen Chefwechsel bei der US-Investmentbank Goldman Sachs erhalten neue Nahrung: Der bisherige Co-Firmenpräsident David Solomon wird künftig alleiniger Firmenpräsident sein, da sich der amtierende Co-Präsident und Co-CEO Harvey Schwartz im April in den Ruhestand verabschiede, teilte Goldman Sachs am Montag mit.

Damit ist Solomon alleiniger Kronprinz für eine mögliche Nachfolge von Goldman-CEO Lloyd Blankfein. Bislang wurde auch Schwartz eine gute Chance auf die Blankfein-Nachfolge eingeräumt.

David M. Solomon: Das ist der neue Kronprinz
REUTERS
David M. Solomon: Das ist der neue Kronprinz

Blankfein hatte am Wochenende mit Humor auf einen Zeitungsbericht über seinen baldigen Abschied reagiert. "Ich komme mir vor wie Huck Finn, der seiner eigenen Grabrede lauscht", schrieb Lloyd Blankfein am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Damit spielte er auf den Jugendliteratur-Klassiker "Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn" von Mark Twain an, in dem die beiden Jungen für tot gehalten werden und aus einem Versteck heraus ihre eigene Trauerfeier verfolgen.

Ein paar Stunden zuvor hatte das "Wall Street Journal" geschrieben, dass Blankfein nach zwölf Jahren im Amt seinen Rückzug vorbereite. Schon zum Ende dieses Jahres könne es soweit sein, wobei Blankfein die Sache selbst in der Hand habe, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

In jedem Fall würde ein Chefwechsel in naher Zukunft auf ein historisches Datum fallen: Im Jahr 2019 feiert Goldman Sachs das 150-jährige Bestehen.

Blankfein steht Ende dieses Jahres seit mehr als zwölf Jahren an der Spitze der US-Bank. Er ist damit einer der dienstältesten Chefs an der Wall Street. Dabei startete seine Karriere durchaus nicht harmonisch: 1981 bewarb sich der Jurist bei Goldman Sachs , wurde jedoch zunächst abgelehnt.

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Das änderte sich allerdings: 2004 stieg Blankfein zum Vize-Präsidenten der Bank unter deren Chef, dem späteren US-Finanzminister Henry Paulson, auf. 2006 ersetzte er Paulson auf dem Chefsessel. Er manövrierte die Bank daraufhin durch schwierige Zeiten, mit der US-Immobilien-Krise sowie der Finanzkrise, während der Goldman Sachs zum Teil heftig in die Kritik geriet.

la/dpa/reuters

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