28.11.2017  Die wichtigsten Fakten zu Glyphosat

Warum Glyphosat so wichtig für Bayer ist

Von
REUTERS

In all die Aufregung über Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU), der im Alleingang die Verlängerung der EU-Zulassung für das Pflanzengift Glyphosat ermöglicht hat, mischt sich noch eine ganz andere Stimme: Der Bayer-Konzern erklärt sein Bedauern, dass es nur für fünf weitere Jahre gereicht hat. Wünschenswert wären 15 Jahre gewesen, "um den Landwirten in Europa weiterhin Zugang zu diesem wichtigen Herbizid zu ermöglichen".

Was verdient Bayer an Glyphosat?

Bisher nicht viel, aber der Konzern wartet seit einem Jahr darauf, den US-Wettbewerber Monsanto übernehmen zu dürfen und mit diesem 66-Milliarden-Dollar-Deal an die Spitze der Agrochemie vorzustoßen. Zu Jahresbeginn 2018 soll es soweit sein, nachdem Bayer einen Großteil seines eigenen Saatgutgeschäfts an BASF verkauft und so Sorgen vor einem Monopol entgegentritt.

Monsanto hat die Wirkung von Glyphosat gegen Unkraut entdeckt und das Produkt seit 1974 unter dem Markennamen Roundup vermarktet. Inzwischen ist Glyphosat patentfrei und wird von vielen Firmen, vor allem aus China, angeboten.

Und was verdient Monsanto an Glyphosat?

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 meldete Monsanto für die Sparte "Agricultural Productivity", die neben Roundup auch andere Herbi- und Fungizide verkauft, einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 892 Millionen Dollar. Dem Bericht zufolge standen die Glyphosatpreise in den vergangenen Jahren unter Druck.

Deutlich wichtiger und profitabler ist die Saatgutsparte - aber die lebt indirekt auch vom Glyphosat, weil sie genetisch veränderte, glyphosatresistente Pflanzen (vor allem Mais und Soja) verkauft. "Roundup Ready" heißt das Erfolgsrezept von Monsanto, das inzwischen um weitere - patentgeschützte - Formeln ergänzt wurde. Die aktuelle Modellpalette heißt "Roundup Ready 2 Xtend" und widersteht neben Glyphosat auch Dicamba, einem anderen Herbizid.

1 / 3

Mehr zum Thema