21.03.2018 
Forschungschef verlässt GE

Forschungszentrum von GE in Garching schrumpft zusammen

Von , München
General Electric: Forschungs-Aktivitäten in Europa beendet. Zwei Forschungszentren in USA und Indien übernehmen
REUTERS
General Electric: Forschungs-Aktivitäten in Europa beendet. Zwei Forschungszentren in USA und Indien übernehmen

Über ein Jahrzehnt war General Electrics europäisches Forschungszentrum in Garching im Münchener Norden der ganze Stolz der Amerikaner in Deutschland. Zur Eröffnung 2004 kamen Bayerns damaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber (76) und Bundesinnenminister Otto Schily (85). 2016 erst wurde mit einem Neubau die Fläche verdoppelt. Ganze Stockwerke indes wurden nie bezogen. Nur einen Teil der neuen Räumlichkeiten nahm vergangenen Herbst GE's neue 3-D-Druck-Sparte in Beschlag.

Demnächst wird noch mehr Platz frei werden, denn der schwer angeschlagene US-Industrieriese und Siemens-Konkurrent hat seine Forschungsaktivitäten in Garching soeben beendet. Die Konzernforschung wird künftig in seinen zwei globalen Zentren in Niskayuna im Bundesstaat New York und im indischen Bangalore konzentriert.

Der Chef der Garchinger, Carlos Härtel (54), hat nach Informationen aus Unternehmenskreisen seinen Abschied intern bereits verkündet. Ein GE-Sprecher wollte die Personalie "derzeit weder bestätigen noch weiter kommentieren".

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GE-Chef John Flannery: Das Deutschland-Geschäft wird künftig von Prag aus betreut
DPA
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Mehr als zehn Jahre leitete Härtel das europäische Forschungszentrum und war seit 2016 auch europaweit für GE's Forschung verantwortlich. Doch der seit einem Dreivierteljahr amtierende GE-Chef John Flannery (56) gibt anders als sein Vorgänger Jeff Immelt (62) auf den deutschen Markt nicht mehr allzu viel.

Der hierzulande gut vernetzte Landes-CEO Stephan Reimelt (60) ging vergangenen Sommer ohne wirklichen Nachfolger; seither fungiert GE's langjähriger Berliner Cheflobbyist Wolfgang Dierker (49) als "National Executive" für Deutschland und Österreich. Das deutsche Geschäft managt Europa-Chef Peter Stracar (52), ein Tscheche, von Prag aus mehr oder weniger nebenher mit.

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