31.05.2017  Michael Ferley wird neuer Fielmann-Vorstand

Dieser Manager wird demnächst zwangsbebrillt

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Bald Fielmanns Produktionsvorstand und dann auch mit Brille: Michael Ferley.
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Bald Fielmanns Produktionsvorstand und dann auch mit Brille: Michael Ferley.

Unersetzlich bei Fielmann ist nur einer: der Gründer selbst. Günther Fielmann (77) will den Vorsitz bei Deutschlands größter Optikerkette mindestens drei weitere Jahre führen, weil Sohn Marc (27), erst seit einem Jahr Marketingvorstand des M-Dax-Konzerns, noch der nötige Durchblick fehlt. Dass seine Vaterschaft so spät kam, gehört zu den wenigen Dingen, die der Patriarch bereut.

In Rente geht dagegen Produktionschef Günter Schmid, mit 63 Jahren erheblich jünger als Fielmann. Schmid gilt als gewiefter Preisdrücker und hat maßgeblichen Anteil am Erfolg des Familienkonzerns. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Sein Ziehsohn Michael Ferley (50) soll übernehmen.

Der Kaufmann, noch Geschäftsführer des Produktionsbetriebs in Rathenow, arbeitet sich bereits in der Zentrale ein. Nicht jeder freut sich über Ferleys Aufstieg. Den sechsköpfigen Vorstand bezeichnen Kritiker als überdimensioniert. Der Betriebsrat ist verstimmt über Schmids und Ferleys harten Arbeitgeberkurs in Rathenow.

Während Schmid bis zu 2,5 Millionen Euro pro Jahr kassierte, klagten die Mitarbeiter in der Produktion über hohen Druck und Minilöhne. Nun stehen Schmid noch ein Abschiedsgeschenk von rund einer Million Euro und 40 Prozent des letzten Bruttogehalts als Pension zu.

Ferleys Perspektiven sind also nicht schlecht. Dafür muss er künftig mit einer Brille herumlaufen. Das ist im Konzern bei öffentlichen Auftritten Pflicht - auch für jene, deren Augen keine Sehhilfe benötigen. Selbst Günther Fielmanns Sohn Marc lief lange mit Fensterglas durchs Leben.

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