22.03.2017  Turbulenzen um MDax-Konzern

Empörte Großaktionäre drohen Stada-Führung

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Hat es auch nicht leicht: Stadas Vorstandschef Matthias Wiedenfels.
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Hat es auch nicht leicht: Stadas Vorstandschef Matthias Wiedenfels.

Aus Furcht vor einer verpassten Gewinnchance drohen wesentliche Investoren Aufsichtsrat und Vorstand des umkämpften Arzneimittelherstellers Stada (Grippostad, Ladival) mit Klagen. Stada hatte in der vergangenen Woche Gespräche mit Kaufinteressenten für den MDax-Konzern mit der Begründung verschoben, der Angebotspreis von 58 Euro je Aktie sei zu niedrig. Eine Offerte in dieser Höhe hatten zwei Konsortien um die Finanzinvestoren Advent und Cinven in Aussicht gestellt. Um zuvor Zugang zu internen Daten Stadas zu bekommen, hatten sie sich allerdings verpflichtet, den Stada-Aktionären ein Angebot nur nach einer Empfehlung des Vorstands vorzulegen, der dafür wiederum das Plazet des Aufsichtsrates braucht.

Die Profi-Aktionäre fürchten nun den Verlust einer satten Rendite: Viele von ihnen waren zu Kursen von zum Teil deutlich unter 58 Euro bei Stada eingestiegen und würden mit einem Verkauf ihrer Papiere zu diesem Preis eine ordentliche Rendite einfahren.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Profi-Investoren wie etwa AOC und Southeastern Asset Management daher Protestbriefe an Stada geschickt. Nach Informationen von manager-magazin.de fordern sie Aufsichtsrat und Vorstand darin auf, die Angebote der Kaufinteressenten freizugeben und es den Eigentümern zu überlassen, ob sie die Angebote annehmen. Für den Fall, dass die Stada-Führung dies verweigere oder die Kaufinteressenten ihre Offerten zurückzögen, drohen sie mit rechtlichen Schritten.

Ihr Furor wird durch eine weitere Entscheidung der Stada-Führung vom Dienstagabend geschürt: Das Unternehmen teilte mit, die Bilanzpressekonferenz vom 23. März auf den 29. März zu verlegen. Grund sei, dass man einen eigenen Firmenzukauf möglicherweise neu bewerten müsse und deswegen die Bilanz für 2016 noch nicht abschließen könne.

Nach Informationen von manager-magazin.de handelt es sich dabei um eine Firma aus der Balkan-Region, die Stada vor mehr als fünf Jahren gekauft hat und die lediglich rund 20 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von zuletzt 2,1 Milliarden Euro beiträgt - also 0,9 Prozent.

Lesen Sie auch den großen mm-Report zum Kampf um Stada in der April-Ausgabe des manager magazins, ab Donnerstagmittag hier als e-Magazin, ab Freitag am Kiosk.

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