23.05.2017  Börsengang in Sicht

Delivery Hero wächst - Investoren steigen aus

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Daumen hoch: Bei Delivery Hero steht wohl bald ein Börsengang an
Daumen hoch: Bei Delivery Hero steht wohl bald ein Börsengang an

Am Dienstagmorgen verkündete Delivery Hero erneut ein hohes Wachstum. Im ersten Quartal, hieß es, habe sich der Umsatz des Berliner Start-ups nahezu verdoppelt. Er stieg demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 93 Prozent auf 121 Millionen Euro. Ein erstaunlicher Wert - auch wenn das Winterquartal traditionell stark ausfällt.

Delivery Hero vermittelt online unter Marken wie Lieferheld oder Foodora Essensbestellungen an Restaurants in über 40 Ländern. Deren Anzahl nahm laut der Mitteilung im ersten Quartal weltweit um 62 Prozent auf 63 Millionen Bestellungen zu, wovon 17 Millionen (Vorjahr: 13 Millionen) in Europa getätigt wurden. "Wir haben zum Jahresanfang unseren Wachstumskurs fortgesetzt und sind der Gewinnschwelle zunehmend näher gekommen", sagte CEO Niklas Östberg. Zur Höhe der Verluste äußerte er sich nicht.

Klar ist: Das Unternehmen arbeitet noch nicht profitabel. Der Wettbewerb mit Konkurrenten wie Takeaway (Lieferando) und Deliveroo zehrt ebenso an den Mitteln wie die Integration von Foodpanda, das Östberg Ende 2016 von seinem größten Anteilseigner Rocket Internet übernommen hatte. Laut Insidern machte allein die Tochter Foodora 2016 zwischen fünf und sechs Millionen Euro Verlust im Monat, das Jahr 2015 schloss das Gesamtunternehmen mit einem Minus in Höhe von 253 Millionen Euro ab.

Eine ausreichend hohe Liquidität ist vorerst gesichert: Mitte Mai investierte der südafrikanische Medienkonzern Naspers 387 Millionen Euro, er soll nun gut 10 Prozent an Delivery Hero halten. Nach Informationen von manager magazin flossen mehr als 60 Millionen Euro jedoch nicht ins Unternehmen, sondern an bestehende Anteilseigner. Die dafür im Naspers-Investment vorgesehene Summe wurde demnach nahezu vollständig ausgenutzt, die Frist war Ende vergangener Woche abgelaufen. Außerdem soll die Bewertung von Delivery Hero - anders als bislang kolportiert - leicht auf nun gut 3,8 Milliarden Euro angestiegen sein. Das Unternehmen wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Delivery Hero gilt als Börsenkandidat. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am Dienstag mit Verweis auf Insider, das Start-up wolle die Emission - stabile Finanzmärkte vorausgesetzt - Mitte Juni ankündigen, rund vier Wochen später sei die Erstnotiz geplant.