20.09.2018 
Ceconomy verkauft 9-Prozent-Anteil an Daniel Kretinsky

Milliardär holt sich noch ein Stück von Metro

Daniel Kretinsky: Der tschechische Milliardär ist Eigentümer des Stromversorgers EPH, der wiederum in Deutschland Braunkohlekraftwerke von Vattenfall übernommen hatte. Jetzt hat er sich weitere Metro-Anteile gesichert
AFP
Daniel Kretinsky: Der tschechische Milliardär ist Eigentümer des Stromversorgers EPH, der wiederum in Deutschland Braunkohlekraftwerke von Vattenfall übernommen hatte. Jetzt hat er sich weitere Metro-Anteile gesichert

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky baut seinen Anteil am Handelsriesen Metro weiter aus. Vom MediaMarkt- und Saturn-Mutterkonzern Ceconomy übernimmt er in den kommenden neun Monaten rund 9 Prozent der Metro-Anteile. Ob Kretinsky ein Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Konzern vorlegen will, ließ er offen.

Der MediaMarkt- und Saturn-Mutterkonzern Ceconomy wird fast den gesamten ungeliebten Anteil am Handelskonzern Metro los. Es sei der Verkauf einer Beteiligung in Höhe von 9 Prozent an Metro innerhalb der kommenden neun Monate verbindlich vereinbart worden, teilte Ceconomy am Donnerstag mit.

Käufer ist demnach EP Global Commerce, hinter der der tschechische Braunkohle-Milliardär Daniel Kretinsky und der slowakische Unternehmer Patrik Tkac stehen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch das Bundeskartellamt, hieß es weiter.

Ceconomy hatte bereits seit geraumer Zeit daran gearbeitet, seine Metro-Anteile loszuwerden. Bei der Aufspaltung der früheren Metro Group vor einem Jahr in Ceconomy und den Lebensmittelhändler hatte der Elektronikkonzern ein Aktienpaket an der Metro von 10 Prozent mit auf den Weg bekommen. Der schlechte Verlauf der Metro-Atkie schmälerte jedoch den Wert des Pakets. Bis mindestens September 2023 werde Ceconomy an Metro aus steuerlichen Gründen mit einem Prozent beteiligt bleiben, hieß es.

Kretinsky und sein Geschäftspartner Patrik Tkac haben sich bereits 7,3 Prozent der Metro-Aktien aus dem Fundus des scheidenden Metro-Großaktionärs Haniel gesichert. Zudem haben sie die Option, auch die übrigen 15,2 Prozent der Metro-Anteile aus dem Besitz der Duisburger Familien-Holding zu erwerben. Die EP-Global-Investmentgesellschaften hätten nun "volle Flexibilität, ihren Anteil (..) auf über die Schwelle von 30 Prozent der Stimmrechte an der Metro AG zu erhöhen oder doch unter diesem Schwellenwert zu bleiben", betonte Kretinsky.

"Die Entscheidung hierüber ist insbesondere davon abhängig, ob sich unsere Einschätzung bestätigt, dass wir einen positiven Einfluss auf das Unternehmen und sein Management haben", ergänzte er.

rei/dpa/Reuters

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