13.02.2018  Buchtipp

Wie man sich gegen Tyrannen im Büro schützt

Von Eva Müller
Tyrannen machen einem nicht nur das Leben zur Hölle, sie verringern auch die Produktivität eines Teams um ein Drittel
DPA
Tyrannen machen einem nicht nur das Leben zur Hölle, sie verringern auch die Produktivität eines Teams um ein Drittel

Ob auf der Vorstandsetage, im Aufsichtsrat oder im Kundenmeeting - überall lauern Typen, die einem das Leben zur Hölle machen. Mal ganz abgesehen von den Nerven, die solche Menschen zerrütten - schon ein einziger davon verringert die Produktivität in Teams um ein Drittel.

Buchtipp

Robert I. Sutton
Überleben unter Arschlöchern: Wie Sie mit Leuten klarkommen, die andere wie Dreck behandeln


Piper, 256 Seiten, gebunden, März 2018, 22 Euro

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Die Wirkung von Widerlingen auf Unternehmen hat Managementprofessor Robert Sutton im Bestseller "Der Arschloch-Faktor" beschrieben. Weil ihm darauf Tausende genervte Vorgesetzte sowie frustrierte Untertanen ihr persönliches Leid klagten, hat sich der Psychologe nun der Betroffenen angenommen.

In seinem Überlebensführer beschreibt der Psychologe unterhaltsam, welche Maßnahmen vor der zerstörerischen Kraft von Intriganten, Cholerikern und Schnöseln schützen können. Gespickt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und vielen Beispielen aus dem wahren Leben systematisiert er die unterschiedlichen Tyrannentypen - vom Unternehmensführer, der an Brutalität als Erfolgsrezept glaubt, bis zum "Regel-Nazi" an der Sicherheitskontrolle im Flughafen.

Mithilfe eines Detektors kann der Leser die Spezies erkennen, die ihn gerade malträtiert. Je nach Art empfiehlt Sutton unterschiedliche Strategien - vom schlichten räumlichen Distanzieren über die mentale Neubewertung bis zu überraschenden Methoden wie der gezielten Kriecherei.


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Zuerst geht es darum, die negativen Folgen fiesen Verhaltens zu minimieren. So wie die Vorstandschefin eines Softwareunternehmens das Motzen ihres Chefaufsehers ins Leere laufen lässt, indem sie sich während seiner Telefontiraden die Nägel lackiert. Dann folgen Taktiken zur aktiven Abwehr bösartiger Zeitgenossen inklusive Warnung vor den Risiken der Rache.

Zum Schluss beschreibt der humorvoll-selbstkritische Forscher, wie man eigenes Arschlochverhalten verhindern kann. Ein sehr nützliches Buch. Die Rezensentin feierte übrigens bereits mit zwei Methoden durchschlagende Erfolge.