07.08.2018 
Stan Kroenke will Club übernehmen

Amerikaner gewinnt Kampf der Milliardäre um Arsenal FC

Alischer Usmanow (links) und Stan Kroenke
AFP / DPA
Alischer Usmanow (links) und Stan Kroenke

Der englische Fußball-Spitzenklub Arsenal FC steht kurz vor der Komplettübernahme durch den US-Amerikaner Stan Kroenke. Der 71-Jährige besitzt über seine Firma Kroenke Sports & Entertainment (KSE) bereits 67 Prozent des Klubs von Mesut Özil und hat nun ein Angebot zur Übernahme der 30 Prozent abgegeben, die aktuell noch in Besitz des Russen Alischer Usmanow sind.

Kroenke soll demnach bereit sein, rund 540 Millionen Pfund (604 Millionen Euro) für Usmanows Anteile zu bezahlen. "Wir bei KSE gehen mit diesem Angebot weiter den Weg, den Klub zu 100 Prozent zu übernehmen", teilte Kroenke in einem Statement mit. "Wir schätzen Herrn Usmanows Einsatz für den Arsenal Football Club und die besondere Geschichte, die der Klub repräsentiert", heißt es weiter.

Usmanow und Kroenke hatten zuvor jahrelang um die Macht im Club gerungen, berichtet die "Financial Times"; beide hätten versucht, den jeweils anderen herauszukaufen. Im vergangenen Monat hatte die FT bereits berichtet, Usmanow habe seine Niederlage eingestanden, nachdem er erkannt habe, dass der Amerikaner ihm nie seine Anteile verkaufen werde.

Umbruch in Nord-London

Nicht nur besitzerseitig steht Arsenal aktuell vor einer richtungsweisenden Saison: Mit dem Basken Unai Emery steht erstmals seit 1996 ein neuer Trainer an der Seitenlinie - der Franzose Arsene Wenger, der das Team unter anderem 2003/2004 zu einer ungeschlagenen Saison geführt hatte, war im Mai 2018 nach 22 Jahren in Nord-London zurückgetreten.

Kroenke gehört seit 2008 dem Arsenal-Vorstand an. Im April 2011 übernahm er die Mehrheit an dem Klub. Der Amerikaner besitzt in seiner Heimat mehrere Sport-Franchises, darunter unter anderem die Los Angeles Rams aus der Football-Profiliga NFL und die Denver Nuggets aus der Basketball-Profiliga NBA.

In Inglewood nahe Los Angeles lässt Kroenke derzeit das wohl teuerste Stadion der Welt bauen, das 2020 eröffnet werden soll. Zusammen mit einem riesigen Unterhaltungskomplex belaufen sich die Kosten auf geschätzte fast fünf Milliarden Dollar.

luk, sid

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