20.06.2018  Keine Strafzölle auf iPhones?

Wie CEO Cook Apple durch den globalen Handelsstreit lenkt

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Zwischen den Fronten: Apple-CEO Cook zwischen US-Präsident Trump (l.) und Chinas Staatspräsident Xi
AFP; Reuters
Zwischen den Fronten: Apple-CEO Cook zwischen US-Präsident Trump (l.) und Chinas Staatspräsident Xi

Im Handelsstreit zwischen den USA und China wird der Ton immer rüder und die Drohungen immer schärfer - und kaum ein Unternehmen dürfte das Treiben mit so großer Sorge verfolgen wie Apple. Der nach Börsenwert wertvollste Konzern der Welt, da sind sich viele Beobachter einig, ist zumindest unter den großen Tech-Firmen der USA derjenige, für den bei dem Handelskonflikt am meisten auf dem Spiel steht.

Warum das so ist, zeigt schon ein Blick auf Apples Geschäftszahlen: Von den rund 229 Milliarden Dollar, die der iPhone-Bauer im Geschäftsjahr 2017 weltweit umsetzte, kamen Berichten zufolge bereits 40 bis 50 Milliarden Dollar aus dem wirtschaftlich rasant wachsenden chinesischen Raum - mithin also mehr als 20 Prozent. Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino betreibt in der Volksrepublik inzwischen etwa 40 Läden. Mit allein 41 Millionen verkauften iPhones war Apple im Jahr 2017 der fünftgrößte Player auf dem chinesischen Smartphone-Markt, so der US-Sender CNBC.

Zudem bietet Apple auch seine Services wie den App Store sowie Apple Music, die einen immer größeren Anteil am Unternehmenserfolg haben, in China an. Dabei unterwirft sich das Unternehmen explizit den Zensurregeln Pekings, warf beispielsweise Apps wie jene der "New York Times" in der Volksrepublik aus seinem Angebot.

Nicht zu vergessen: China hat für Apple auch eine immense Bedeutung als Produktionsstandort. Zahlreiche Zulieferer - allen voran das taiwanesische Unternehmen Foxconn - produzieren dort für den US-Konzern.

Die Gefahr, zwischen den Fronten des Handelskrieges Schaden zu nehmen, ist für Apple also groß. Schon vor seiner Wahl zum US-Präsidenten hatte Donald Trump kaum eine Gelegenheit ausgelassen, verbal gegen den iPhone-Bauer zu schießen. Er werde Apple zwingen, seine Smartphones statt in China künftig in den USA herzustellen, damit amerikanische Arbeitnehmer davon profitieren könnten, sagte Trump seinerzeit regelmäßig in seinen Wahlkampfreden.

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