25.07.2017  Machtkampf beim insolventen Küchenhersteller

Ex-Vorstände von Alno werfen Hastors Vorteilnahme vor

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Alno: Der Machtkampf wird zur Schlammschlacht
DPA
Alno: Der Machtkampf wird zur Schlammschlacht

Der Machtkampf um den insolventen Küchenhersteller Alno wird zur Schlammschlacht. Die Lichtensteiner Gesellschaft First EPA, hinter der unter anderem die frühere Alno-Finanzchefin Ipek Demirtas und Ex-CEO Max Müller stehen, wirft dem in Eigenverwaltung befindlichen Konzern vor, die Ansprüche der Gläubiger zu missachten und die Tochter Pino der bosnischstämmigen Familie Hastor zuzuschanzen.

First EPA hatte vergangene Woche ein Angebot zur Fortführung der Tochter Pino unterbreitet. Dennoch beantragte der Konzern Insolvenz für die Preiseinstiegsmarke und wies in einer Adhoc-Mitteilung darauf hin, den Antrag zurückzunehmen, falls eine Annährung mit den Investoren gelingen sollte. Anwälte der First EPA sprechen von Erpressung.

"Die Alno AG, vertreten durch ihren Verhandlungsführer Herrn Rechtsanwalt Denkhaus, ist bislang nicht bereit, mit der First EPA Holding AG über deren Angebot zu verhandeln", sagt First EPA-Anwalt Georg Streit von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. "Stattdessen fordert Herr Rechtsanwalt Denkhaus, dass First EPA Holding AG ihre Forderungen gegen die Pino Küchen GmbH im Umfang von rund 22,7 Millionen Euro an die der Hastor-Gruppe zugehörige Tahoe Investors GmbH im Wesentlichen für einen Kaufpreis von 1,00 Euro mit Besserungsschein verkauft."

Gericht stimmt Insolvenzantrag für Pino zu

Ein Sprecher der First EPA legt nach: "Darüber hinaus wird mit diesem aus unserer Sicht nicht akzeptablen "Erwerbsangebot" zu 1,- Euro offensichtlich versucht, die First EPA Holding AG als größte Gläubigern der Pino Küchen GmbH durch eine Gläubigerin der Hastor-Gruppe auszutauschen, um auf diese Weise die Pino Küchen GmbH unter die unmittelbare Kontrolle der Hastor-Gruppe und unter Ausschluss externer Gläubiger zu bringen."

Inzwischen hat das Amtsgericht Hechingen dem Insolvenzantrag der Alno AG für die umkämpfte Tochter Pino zugestimmt und ein vorläufiges Verfahren in Eigenverwaltung angeordnet. Damit sieht sich First EPA in ihren Unterstellungen bestätigt und prüft weitere juristische Schritte.

Unterdessen wird der Streit persönlich. Alno hat am Sonntag in einer Mitteilung darauf verwiesen, dass das Anstellungsverhältnis von Ex-CFO Demirtas im März fristlos gekündigt worden sei. Dieser Darstellung wiederspricht Demirtas. Ein Gerichtsverfahren dazu ist anhängig, mit einer Entscheidung wird am 8. August gerechnet.

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