15.05.2018 
Schwacher Euro

Allianz schreibt weniger Gewinn

Allianz-Chef Oliver Bäte ist zuversichtlich, trotz eines schwächeren ersten Quartals einen Jahresgewinn von rund 11 Milliarden Euro einzufahren
DPA
Allianz-Chef Oliver Bäte ist zuversichtlich, trotz eines schwächeren ersten Quartals einen Jahresgewinn von rund 11 Milliarden Euro einzufahren

Schwankende Finanzmärkte und der schwache US-Dollar haben Europas größtem Versicherer Allianz zum Jahresstart im laufenden Geschäft einen Gewinnrückgang eingebrockt. Dennoch sieht sich Europas größter Versicherer auf Kurs.

Die Allianz sieht sich trotz Gegenwinds vom starken Euro auf Kurs zu einem operativen Gewinn von mehr als elf Milliarden Euro in diesem Jahr. In den ersten drei Monaten des Jahres ging das operative Ergebnis um 6 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück, teilte der Konzern am Dienstag mit. Ein Großteil davon sei Währungseffekten geschuldet.

Die Allianz traf damit aber fast punktgenau die Erwartungen der Analysten. Die Marktvolatilität habe auf operativer Ebene zwar ihre Spuren hinterlassen, sagte Vorstandschef Oliver Bäte. "Mit dieser guten Leistung ist die Allianz auf dem richtigen Weg, ihre Jahresziele für 2018 zu erreichen."

Die Aktien der Allianz gaben am Montagmorgen nach und verloren vorbörslich rund 1 Prozent. Die Papiere waren damit zweitschwächster Wert im Dax.

Der Versicherungsriese hat sich einen operativen Jahresgewinn von 11,1 Milliarden Euro vorgenommen - mit einer Schwankungsbreite von 500 Millionen nach oben und unten. Die Eigenkapitalrendite soll 13 Prozent erreichen. Im ersten Quartal lag die Allianz mit 13,8 Prozent darüber. Nach oben getrieben wurde die Rendite auch durch einen zwei Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf, der Anfang Mai abgeschlossen wurde. 2,4 Prozent des Grundkapitals wurden dabei zurückgekauft.

Schaden- und Unfallgeschäft bleiben die größte Stütze der Allianz

Der Nettogewinn der Allianz lag in den ersten drei Monaten mit 1,9 Milliarden Euro dank einer niedrigeren Steuerquote um 7 Prozent über Vorjahr. Währungs- und Konsolidierungseffekte knabberten auch am Umsatz, der um 0,7 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro wuchs. Aus eigener Kraft hätte die Allianz einen Zuwachs von fünf Prozent erreicht.

Operativ bleibt die Schaden- und Unfall-Versicherung die stärkste Stütze der Allianz. Ihr Betriebsgewinn stieg um 1,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, obwohl der Sturm "Friederike" allein 220 Millionen Euro kostete. Die Schaden-Kosten-Quote näherte sich mit 94,8 Prozent der Zielmarke von 94 Prozent.

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In der Lebens- und Krankenversicherung bleibt die deutsche Allianz Leben der größte Ertragsbringer. Sie steigerte ihr Ergebnis um 17 Prozent, nachdem die kapitalbindenden traditionellen Garantie-Policen nur noch ein Fünftel des Neugeschäfts ausmachen.

In der Vermögensverwaltung flossen Pimco und Allianz Global Investors zusammen 21 Milliarden Euro frische Mittel von den Anlegern zu. Höhere Erträge durch an die Performance geknüpfte Gebühren machten den schwachen Dollar wett.

rei/Reuters

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