20.07.2018  Harte Kostenziele, aber ...

CEO Bäte will Allianz in die Top 25 der bekanntesten Marken katapultieren

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Diese Schuhe trägt ....
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Allianz-Chef Oliver Bäte mag's sportlich, kommt zur HV auch schon mal in Turnschuhen. Für den Sport, genauer für das Olympia-Sponsoring, will der Konzern 600 Millionen Euro ausgeben. Sportlich sind auch Bätes Renditeziele, für die er kräftig sparen will. Die Belegschaft in Deutschland nimmt das alles andere als sportlich.

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte will Europas größten Versicherer zu einer der 25 bekanntesten Marken der Welt machen. Dafür hat die Allianz einige kostspielige Initiativen gestartet. Dies berichtet manager magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag, 20. Juli im Handel ist.

Der Konzern verhandelt laut manager magazin derzeit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über eine Sponsorenvereinbarung, die über zehn Jahre laufen und 600 Millionen Euro kosten soll. Zudem will die Allianz über eine stärkere Präsenz auf Instagram punkten und hat hierfür die Agentur Storymachine des Ex-Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann engagiert. Die Agentur arbeitet daran mit, mehrere als privat deklarierte Instagram-Accounts von Allianz-Mitarbeiterinnen zu befüllen.

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Die Allianz teilte hierzu mit: Um das Wachstum zu unterstützen, "ist es notwendig, unsere Markenpositionierung stetig zu verbessern sowie die Sichtbarkeit der Marke zu erhöhen". Der Konzern bestätigte die Kooperation mit Storymachine im Rahmen eines "Pilotprojekts". Das konkrete Markenziel sowie die Verhandlungen mit dem IOC kommentiert die Allianz nicht. Die Allianz ist bereits über den FC Bayern München im Sport engagiert.

Allianz Deutschland muss kräftig sparen

... richtig, Oliver Bäte! Der CEO mags gern sportlich
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... richtig, Oliver Bäte! Der CEO mags gern sportlich

Um die Rendite zu steigern, muss vor allem die Allianz Deutschland in den nächsten Jahren weiter kräftig sparen. manager magazin zufolge soll die wichtigste Konzerntochter ihre Kostenquote im Geschäft mit der Schadenunfallversicherung bis 2025 um einen halben Prozentpunkt pro Jahr senken: So käme man binnen 7 Jahren von 23,3 auf deutlich unter 20 Prozent der Prämieneinnahmen. Die Allianz kommentierte dies nicht.

Die Stimmung bei der Cashcow des Münchener Versicherungsriesen hat sich schon zuletzt deutlich verschlechtert. In der 2017 durchgeführten Mitarbeiterbefragung fanden nur noch 42 Prozent der Allianz-Deutschland-Beschäftigten, dass die Unternehmensleitung glaubhaft handele und kommuniziere. Im Vorjahr waren es noch 51 Prozent. Allianz-Deutschland-Vorstand Rudi Kubat, zuvor Bätes Strategiechef, hat laut manager magazin intern signalisiert, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen.

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