07.05.2018  Branchenspekulation von Oliver Bäte

Allianz-CEO offen für Fusion unter großen Versicherern

Allianz-CEO Bäte
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Allianz-CEO Bäte

Allianz-Chef Oliver Bäte bringt eine "Fusion unter Gleichen" mit einem großen Konkurrenten ins Spiel. Das könne ein Weg sein, um eine große Transaktion umzusetzen, die die Versicherungsbranche verändere, deutete Bäte in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der "Financial Times" an.

Die Aufschläge auf den Aktienkurs von Übernahmezielen, die zuletzt gezahlt worden seien, "sind verrückt". Bei einer "Fusion unter Gleichen" schließen sich Unternehmen ohne eine Übernahmeprämie zusammen. "Allerdings müssen große Unternehmen zu Fusionen bereit sein, und wir haben nicht viele davon gefunden", sagte Bäte der Zeitung. "Wir sind immer für solche Diskussionen offen - und ich glaube, mehr als andere." Eine feindliche Übernahme schloss der Allianz-Chef erneut aus.

Die Allianz steigt unterdessen bei der portugiesischen Bank BPI nach mehr als zwei Jahrzehnten aus und bereitet der spanischen Caixabank damit den Weg für eine Komplettübernahme. Der Münchner Versicherungsriese bekommt 178 Millionen Euro für seinen 8,4-prozentigen Anteil an der Banco BPI, wie er mitteilte. Der Preis von 1,45 Euro je Aktie liegt knapp 23 Prozent über dem Schlusskurs der BPI-Papiere vom Freitag.

Damit kommt die spanische Sparkasse, die vor gut einem Jahr die Mehrheit übernommen hatte, auf 92,9 Prozent und kann die BPI von der Börse nehmen. Die übrigen Aktionäre erhalten ein Pflichtangebot.

Die Allianz verkauft über BPI bisher Lebens-, Kranken-, Auto- und andere Sachversicherungen. In der Lebensversicherung endet die Kooperation Ende 2019. Danach vertreibt BPI Produkte der BPI Vida e Pensoes, die seit dem vergangenen Jahr ebenfalls ihrem Großaktionär Caixabank gehört. In der Sachversicherung, auf die die Allianz vor allem setzt, soll die Zusammenarbeit um zehn Jahre verlängert und noch ausgeweitet werden.

cr/rtr/dpa-afx

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