15.02.2018 
Erneut Probleme mit Pratt & Whitney-Turbinen

Risikotriebwerke bei A320neo führen offenbar zu Startverboten

Airbus

113 Flugzeuge der A320neo-Familie sind mit Triebwerken von Pratt & Whitney ausgestattet. Mit diesen Triebwerken gibt es erneut Probleme. Airbus hat die Fluggesellschaften informiert und die Auslieferung sowie Testflüge des A320neo gestoppt. Angeblich soll es auch Startverbote geben, heißt es.

Airbus hat Insidern zufolge wegen Problemen mit Pratt & Whitney-Triebwerken die Auslieferung von einigen A320neo sowie Testflüge gestoppt. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" soll die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA sogar Startverbote für Maschinen mit diesem Turbinentyp verhängt haben. Die indische Fluggesellschaft Indigo habe bereits drei ihrer neuesten Airbus-Modelle stillgelegt. Die Lufthansa sei von Einschränkungen nicht betroffen, heißt es in dem Bericht.

Der Flugzeugbauer habe Fluglinien und Leasing-Gesellschaften darüber informiert, berichtet Reuters auf eine ungenannte Quelle. Ein Zweiter Informant sagte, die Jets würden zwar nicht ausgeliefert, einen formellen Lieferstopp gebe es jedoch nicht.

Probleme mit den Pratt & Whitney-Triebwerken bestehen schon länger und bremsen damit seit zwei Jahren die Auslieferungen bei Airbus. Der Flugzeugbauer hatte am Freitagabend lediglich von "Ereignissen" an einer Nabe des Hochdruckverdichters berichtet, die genaue Untersuchungen notwendig machten. Die EASA sei eingeschaltet, die betroffenen Fluggesellschaften bereits benachrichtigt worden.

Immer wieder Probleme mit den Triebwerken

Airbus und Pratt & Whitney wollten die Störungen für Kunden und Betreiber nun auf ein Mindestmaß begrenzen. Der Triebwerksbauer Pratt & Whitney gehört zum US-Konzern United Technologies und geriet mit der Lieferung einwandfreier Triebwerke derart ins Hintertreffen, dass die Auslieferungsziele des Airbus-Vorstands jeweils bis kurz vor Jahresende wackelten. Den Angaben zufolge sind bisher 113 Flugzeuge der A320neo-Familie mit diesen Triebwerken bei 18 Airlines im Einsatz, darunter bei der Lufthansa.

Die A320neo, die modernisierte und sparsamere Neuauflage des Mittelstreckenjets A320, ist der sich am schnellsten verkaufende Passagierjet der Welt. Etwa die Hälfte der A320neo-Kunden haben die Antriebe von Pratt & Whitney bestellt, an denen auch der Münchner Triebwerksbauer MTU mitarbeitet. Die übrigen Flieger erhalten Antriebe des Herstellers CFM, einem Gemeinschaftsunternehmen des US-Konzerns General Electric und dem französischen Konzern Safran.

rei mit dpa

Mehr zum Thema