14.09.2017  Ex-Rennfahrer gründet Allianz

Niki Lauda bietet 100 Millionen Euro für Teile von Air Berlin

Niki Lauda will seine ehemals eigene Fluggesellschaft "Niki" von der Air Berlin zurückkaufen
AFP
Niki Lauda will seine ehemals eigene Fluggesellschaft "Niki" von der Air Berlin zurückkaufen

Der ehemalige Rennfahrer und Luftfahrtunternehmer Niki Lauda biegt im Bieterrennen um Air Berlin auf die Zielgerade ein. Zusammen mit dem Reisekonzern Thomas Cook und dem Ferienflieger Condor will er für Teile der insolventen Fluggesellschaft rund 100 Millionen Euro bieten.

Bei der insolventen Air Berlin kehren Crews und Piloten an Bord zurück. Kurz vor Ende der Bieterfrist für die Fluggesellschaft hat sich zugleich eine neue Allianz gebildet.

Der frühere Rennfahrer Niki Lauda will nach eigenen Aussagen gemeinsam mit einer Allianz rund um die Fluggesellschaft Condor 100 Millionen Euro für die insolvente Air Berlin bieten. Eine Einschätzung über seine Chancen gab Lauda Donnerstagfrüh im Radiointerview des "Ö1 Morgenjournals" nicht ab. "Jetzt müssen wir mal schauen, ob wir den Zuschlag bekommen", so der 68-Jährige. Der Unternehmer Lauda hatte die Air-Berlin-Tochter Niki selbst gegründet und war mehrere Jahre Eigentümer. An diesem Freitag endet die Bieterfrist für Air Berlin.

Gemeinsam mit dem britischen Reiseveranstalter Thomas Cook und dessen Tochter, der Ferienfluggesellschaft Condor, habe Lauda nun Pläne für die Verwertung der Air-Berlin-Flieger und der begehrten Start- und Landrechte ausgearbeitet. "Man muss ein Konzept dahinter haben, wie man die Flugzeuge füllt, damit man vom ersten Tag an fliegen kann", so Lauda.

Zuvor hatte die österreichische Tageszeitung "Kurier" berichtet, dass Lauda mit dieser Allianz für 38 Maschinen der Air Berlin und ihrer Tochter Niki bieten wolle. Dem Bericht zufolge sollten die Flugzeuge unter Lauda dann ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Der Gründer und frühere Besitzer der Niki wolle 51 Prozent des Konsortiums übernehmen und künftig ausschließlich touristische Ziele anfliegen, heißt es in dem Bericht.

Es gibt eine Reihe von Interessenten für die Airline, die seit Jahren rote Zahlen schreibt, aber begehrte Start- und Landrechte hält. So hatte erst am Vortag der Betreiber des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, die chinesische LinkGlobal, angekündigt, ein Gebot für Teile von Air Berlin abgeben zu wollen.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und verhandelt unter anderem mit dem Primus Lufthansa über einen Verkauf von Unternehmensteilen. Der deutsche Marktführer könnte rund 90 der 144 Flugzeuge übernehmen, hieß es zwischenzeitlich. Verhandelt wird laut Air Berlin auch mit drei weiteren Airlines.

Interessent Wöhrl warnt vor Scheitern der Verhandlungen

Der potentielle Bieter, der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, warnte vor einem Scheitern der Gespräche. Mögliche Investoren könnten durch die jüngsten Flugausfälle "verunsichert werden und sich aus dem Bieterverfahren zurückziehen". Wöhrl will das Unternehmen als Ganzes erhalten und für die Airline bis zu 500 Millionen Euro bieten.

Wöhrl befürchtet, dass der staatliche 150-Millionen-Euro-Kredit verbraucht sein könne, ehe die Kaufverträge ausgehandelt seien. Das würde zur "Einstellung des Flugbetriebes und damit möglicherweise zu einem klassischen Insolvenzverfahren führen", sagte er.

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