13.09.2017  Ein streitbarer Investor und 22.000 Stahlarbeiter

Der Fünfer-Kampf um die Zukunft von ThyssenKrupp

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An diesen fünf hängt die Zukunft von ThyssenKrupp.
Fotos: DPA
An diesen fünf hängt die Zukunft von ThyssenKrupp.

4. Teil: Cevian-Deutschlandchef Jens Tischendorf - der streitbare Investor will maximale Rendite

Cevian-Deutschland-Chef Tischendorf: Will eine ordentliche Rendite auf das Investment seines Hauses sehen.
picture alliance / Rolf Vennenbe
Cevian-Deutschland-Chef Tischendorf: Will eine ordentliche Rendite auf das Investment seines Hauses sehen.

Zweitgrößter Aktionär bei ThyssenKrupp ist mit gut 15 Prozent seit wenigen Jahren der Finanzinvestor Cevian aus Schweden, dessen Deutschland-Chef Jens Tischendorf auch einen Sitz im Aufsichtsrat des Konzerns hat.

Als aktivistischer Investor ist Cevian grundsätzlich an der Maximierung der Rendite auf sein Geld interessiert. Zudem mischt das Investmenthaus, das gewöhnlich nur für einige Jahre bei einem Unternehmen engagiert bleibt, meist kräftig mit, wenn es darum geht, die Rendite in die Höhe zu treiben. Die Abspaltung von Unternehmensteilen oder gar die komplette Zerschlagung ganzer Konzerne gilt dabei häufig als probates Mittel, das auch an der Börse in der Regel gut ankommt.

Mit Blick auf ThyssenKrupp heißt das: Bislang galt Cevian als Unterstützer der Linie Hiesingers bei den Verhandlungen mit Tata Steel. Zuletzt berichtete jedoch die Finanzinformationsplattform Bloomberg, der Großaktionär habe seine Haltung geändert. Anstelle des Tata-Deals favorisiere Cevian nun die komplette Aufspaltung des ThyssenKrupp-Konzerns, so Bloomberg mit Verweis auf mit der Situation vertraute Personen. Der Grund: Die schwedischen Großanleger zweifeln angeblich daran, dass bei einer Fusion mit Tata Steel tatsächlich Aussichten auf die Hebung signifikanter Synergien bestehen.

Ob dies wirklich die Haltung Cevians ist, bleibt offen. Aktivistische Hedgefonds verbreiten mitunter auch Informationen, die nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen, sofern sie sich davon einen taktischen Vorteil versprechen.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Im Falle von ThyssenKrupp könnte ein "Nein" Cevians gegen den Thyssen-Tata-Deal im Aufsichtsrat allerdings fatale Folgen haben. Denn falls die Arbeitnehmer das Vorhaben im Kontrollgremium ablehnen sollte (siehe nächster Abschnitt), wäre Konzernchef Hiesinger zumindest auf der Kapitalseite auf Einigkeit angewiesen.

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