13.09.2017  Ein streitbarer Investor und 22.000 Stahlarbeiter

Der Fünfer-Kampf um die Zukunft von ThyssenKrupp

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An diesen fünf hängt die Zukunft von ThyssenKrupp.
Fotos: DPA
An diesen fünf hängt die Zukunft von ThyssenKrupp.

3. Teil: Krupp-Stiftungs-Chefin Ursula Gather - die Hauptaktionärin hofft auf Stabilität und Dividenden

Krupp-Stiftungs-Chefin Gather: Hofft auf üppige Dividenden.
DPA / Lutz Kampert
Krupp-Stiftungs-Chefin Gather: Hofft auf üppige Dividenden.

Hauptaktionär von ThyssenKrupp ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (kurz: Krupp-Stiftung), die gegenwärtig rund 23 Prozent der Anteile hält und mit Stiftungsvorstand Ralf Nentwig sowie Lothar Steinebach, im Hauptberuf Vorstand beim Konsumgüterhersteller Henkel, gleich zwei Mitglieder in den ThyssenKrupp-Aufsichtsrat entsandt hat.

Die Stiftung verfügt über ein Vermögen von rund 1,1 Milliarden Euro und hat seit 1968 eigenen Angaben zufolge etwa 660 Millionen Euro an Fördermitteln für wissenschaftliche, kulturelle und andere Projekte bewilligt. Die Dividenden des ThyssenKrupp-Konzerns spielen dabei ein wichtige Rolle als (möglichst) regelmäßige Einnahmequelle. So konnte die Krupp-Stiftung allein 2016 Fördermittel in Höhe von 17 Millionen Euro bewilligen.

Eine Sprecherin der Stiftung wollte sich auf Anfrage nicht zur in Frage stehenden Zukunft der Stahlsparte und der Haltung der Krupp-Stiftung dazu äußern. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Stiftung eine ähnliche Linie vertritt, wie Konzernchef Hiesinger: Generell sollte der ThyssenKrupp-Konzern erhalten bleiben, dem Zusammenschluss der Stahlsparte mit Tata Steel dürften sich die Vertreter der Stiftung im Aufsichtsrat aber kaum widersetzen.

Entsprechend sind wohl auch die Worte von Stiftungs-Chefin Ursula Gather aus einem ihrer seltenen Interviews zu verstehen. Theoretisch sei vieles vorstellbar, sagte Gather bereits im vorigen Jahr dem Newsportal "Der Westen" auf die Frage, ob sie sich ThyssenKrupp ohne eine Stahlsparte vorstellen könne. "Die europäische Stahlindustrie ist derzeit bekanntlich in einer sehr schwierigen Situation. Dass es seit längerer Zeit Gespräche zwischen den Stahlproduzenten in Europa gibt, um zu Lösungen zu kommen, liegt auf der Hand." Die Stiftung vertraue dabei "dem Handeln der Verantwortlichen", so Gather. Und: Das Wichtigste sei das langfristige Unternehmens- und Arbeitnehmerwohl.

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