11.08.2017  Kursrutsch an der Börse

Nicht nur Nordkorea macht Anleger nervös

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Donald Trump: Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein. Anleger und Investoren auch.
AFP
Donald Trump: Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein. Anleger und Investoren auch.

Donald Trumps Kriegsrhetorik rüttelt die Börsen durch. Doch selbst wenn die Nordkorea-Krise entschärft werden sollte, droht Anlegern ein stürmischer Herbst. Trump wird immer mehr zum Börsenrisiko.

Er droht Nordkorea mit "Feuer und Wut" und verspricht, die US-Waffen seien "geladen und entsichert": Mit seiner wilden Kriegsrhetorik hat US-Präsident Donald Trump den Rekordlauf der US-Börsen gestoppt und dazu beigetragen, dass binnen drei Tagen rund eine Billion Dollar an den weltweiten Börsen vernichtet wurde. Der Goldpreis steigt, Rüstungsaktien erreichen Rekordhochs, und sogar die US-Anleger sind in dieser Woche aus ihrer Lethargie und Selbstzufriedenheit aufgewacht.

Kommentatoren sprechen von einer "Rückkehr der Angst": Bei einem drohenden Atomkonflikt ist das nur zu verständlich. Bemerkenswert ist jedoch mit Blick auf die US-Börsen: Von einer "Rückkehr der Angst" kann an der Wall Street noch überhaupt nicht die Rede sein. Dort herrscht, trotz Trumps lautem Getöse, eine unglaubliche Gelassenheit.

US-Anleger sind noch extrem gelassen - und US-Aktien sind hoch bewertet

Wie an der Schnur gezogen sind die US-Indizes Dow Jones, Nasdaq Composite und S&P 500 in diesem Jahr bislang von einem Rekordhoch zum nächsten geeilt. Seit Jahresbeginn hat der Nasdaq Composite rund 15 Prozent zugelegt, Dow Jones und S&P 500 jeweils rund 10 Prozent. Und genau diese hohe Fallhöhe, gepaart mit einer extrem niedrigen Volatilität und trügerischen Ruhe, könnte für die US-Börsen und den Rest der Welt nun zum Problem werden.

Beispiel: Der S&P 500 Index, der in den USA den breiten Aktienmarkt abdeckt, gab am Donnerstag um 1,4 Prozent nach. Es war der stärkste Rücksetzer binnen eines Monats, der zweitstärkste "Kursrutsch" im S&P 500 betrug geradezu lächerlich geringe 0,2 Prozent. Von einer Korrektur kann in den USA noch keine Rede sein - noch hat dort niemand, anders als beim deutschen Index Dax , sein Geld in Sicherheit gebracht.

Anders gesagt: Eine Abkühlung an den US-Börsen ist nach monatelanger Aktienrally überfällig. Auch dann, wenn sich der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hoffentlich rasch wieder abkühlen sollte. Der Dow Jones ist seit Trumps Wahl um rund 4000 Punkte gestiegen - nicht wegen Trump, sondern trotz Trump.

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