11.08.2017  Kursrutsch an der Börse

Nicht nur Nordkorea macht Anleger nervös

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Donald Trump: Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein. Anleger und Investoren auch.
AFP
Donald Trump: Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein. Anleger und Investoren auch.

2. Teil: Viel heiße Luft: Trump könnte die Börsenblase bald zum Platzen bringen

Ausgerechnet Trump könnte nun Investoren dazu bewegen, ihre Risiken am Aktienmarkt zu begrenzen und stattdessen ihre Anleihequote zu erhöhen. Seit seiner Wahl hat Trump viel heiße Luft von sich gegeben und die Erwartungsblase prall gefüllt: Rascher Abbau der Regulierung im Bankenwesen, eine "phänomenale" Steuerreform, Neuordnung des Gesundheitswesens: Keine von seinen großen Versprechungen hat er umgesetzt.

Anleger haben sich daran gewöhnt, dass von Trump vor allem heiße Luft kommt. Das ist zwar keine Hilfe, aber es stört auch nicht weiter. Die US-Indizes sind vor allem deshalb gestiegen, weil die Gewinne der US-Unternehmen stärker gestiegen sind als erhofft und die US-Konjunktur kräftig Fahrt aufgenommen hat. "Im Sommer 2016 endete die zweijährige Gewinn-Rezession in den USA - das hat die Börsen seitdem angetrieben", sagt Jochen Stanzl von CMC Markets. "Mit Trump hat das nichts zu tun."

Der einzige Beitrag, den Trump zum Gewinnwachstum der US-Unternehmen möglicherweise geleistet hat, war die Schwächung des US-Dollars durch immer neue Chaos-Meldungen aus dem Weißen Haus. Ein schwacher Dollar stützt die Exporte und lässt die Gewinne der global agierenden US-Konzerne meist noch weiter steigen. Unter dem schwachen Dollar litt vor allem der Dax , der in den vergangenen sechs Wochen um fast 1000 Punkte nachgegeben hat.

Doch nun wird auch Investoren in den USA bewusst, dass Trumps Getöse durchaus Schaden anrichten kann - siehe Nordkorea und die steigende Verunsicherung in China und der gesamten asiatischen Region.

Trump stößt im September an die Schulden-Obergrenze

Hinzu kommt: Spätestens im September werden die USA die Defizit-Obergrenze von 20 Billionen Dollar wieder übersteigen. Gelingt es Trump nicht, die Schulden-Obergrenze zu erhöhen, dürfte es wie im Jahr 2015 zu einer schweren Haushaltskrise kommen.

Und selbst wenn im Tauziehen mit dem US-Kongress die Grenze abermals erhöht oder ein Aufschub ausgehandelt werden sollte, dürfte Trump keinerlei finanziellen Spielraum haben, um seine angekündigte Steuerreform oder das milliardenschwere Infrastrukturprogramm in die Tat umzusetzten. "Enttäuschungen sind programmiert. Eine Fortsetzung des Aufschwungs ist illusionär", warnte der ehemalige Haushaltschef von Ronald Reagan, John Stockman, bereits im Frühsommer.

Im September entscheidet außerdem die US-Notenbank über einen weiteren Zinsschritt, bevor sich die Fed-Mitglieder mit anderen Notenbankern in Jackson Hole treffen. Die Fed hat mit ihren ersten Zinserhöhungen bereits den Ausstieg aus der Ära des extrem billigen Geldes begonnen - und dies war der wichtigste Antriebssatz für die weltweite Rally am Aktienmarkt.

Die Hoffnung, dass Diplomaten den Nordkorea-Konflikt entschärfen, ist groß. Doch selbst dann droht Anlegern ein unruhiger Herbst - zu hoch ist die Fallhöhe und die Selbstzufriedenheit auf dem US-Aktienmarkt. Trump tut im Moment sehr viel dafür, um Luft aus der Blase abzulassen. "Es gab de facto keine Trump-Rally", so Stanzl. "Aber es könnte eine Trump-Korrektur geben."

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