10.08.2017  Sponsor des FC St. Pauli

Wie Mobilfunker Congstar unter 60 Konkurrenten überlebt

Von Roman Gerth, SPONSORs
Hauptsponsor beim FC St. Pauli: "Wir wollen z u d en Überlebenden gehören."
Getty Images
Hauptsponsor beim FC St. Pauli: "Wir wollen z u d en Überlebenden gehören."

2. Teil: Segmentierter Markt

Der Sparkurs von Congstar machte sich auch im Sponsoring bemerkbar. Zur Saison 2006/07 war die Telekom-Tochter, damals noch unter dem Namen Congster, erstmals beim FC St. Pauli als Haupt- und Trikotsponsor präsent. Infolge der anhaltenden roten Zahlen wurde die Zusammenarbeit mit dem "Kiezclub" nach der Saison 2008/09 nach drei Jahren jedoch wieder beendet.

congstar
Rechtsform
GmbH
Branche
Telekommunikation
Sitz
Köln
Gründung
2004 (seit 2007 als Congstar, zuvor Congster)
Geschäftsführung
Peter Opdemom (Marketing, Service und Vertrieb), Christina Kiehl (Finanzen, IT und Human Resources)
Mitarbeiter (2017)
190
Sponsoring
Verantwortung: Christiane Kohlmann (Senior Manager Handelsmarketing und Sponsoring)

Sponsorships Haupt- und Trikotsponsor FC St. Pauli (bis Ende 2018/19, 1,5 Mio. €)


Quelle: SPONSORs
SPONSORs 8/2017

Wie sich die finanzielle Situation von Congstar in der Zwischenzeit genau entwickelt hat, ist schwer zu verdeutlichen. Konkrete Umsatzzahlen weist das Unternehmen nicht aus, da alle Ergebnisse der 100-prozentigen Telekom-Tochter im Geschäftsbericht der Konzernmutter aufgehen. Bekannt ist jedoch: 2013, also sechs Jahre nach der Umbenennung und nach dreijährigem Sparkurs, schrieb Congstar erstmals schwarze Zahlen und steigerte den Umsatz im Vergleich zu 2012 um 35 Prozent. 2014 lag der Umsatz dann noch einmal um 30 Prozent höher als im Vorjahr - die Trendwende war offenbar geschafft, der Sparkurs zahlte sich aus.

Eine ähnliche Entwicklung ist aktuell bei den Kundenzahlen erkennbar. 2016 knackte der Mobilfunkanbieter die Marke von vier Millionen Kunden. Zum Vergleich: 2013 hatte Congstar noch drei Millionen Kunden, 2012 waren es etwa zwei Millionen.

Segmentierter Markt

Auf dem Wachstum der vergangenen Jahre will sich Geschäftsführer Peter Opdemom nicht ausruhen. Er sagt: "Wir haben in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen, aber wir denken schon an die nächsten zehn Jahre." Das muss er auch, denn der Mobilfunkmarkt in Deutschland ist äußerst segmentiert und daher sehr umkämpft. Nachdem der spanische Anbieter Telefónica im Jahr 2013 E-Plus für insgesamt 8,5 Milliarden Euro gekauft hat, gibt es zwar nur noch drei Netzbetreiber. Neben Telefónica sind das die Telekom und Vodafone . Allerdings gibt es allein im Disocunter-Segment fast 60 Mobilfunkanbieter. Gemessen an der Kundenzahl liegt Congstar dort aktuell auf Platz zwei hinter Aldi Talk, das aktuell in etwa fünf bis sechs Millionen Kunden verzeichnet - konkrete Zahlen weist das Handelsunternehmen nicht aus.

"Uns muss es weiterhin gelingen, uns in unserem Geschäftsmodell nachhaltig und wirtschaftlich zu behaupten", sagt Opdemom, der in der Geschäftsführung von Congstar für Marketing, Service und Vertrieb verantwortlich ist. Dazu werde es notwendig sein, sich gegen die Vielzahl an Anbietern durchzusetzen. "Ich gehe stark davon aus, dass der Markt sich auf der Markenebene in den nächsten drei bis fünf Jahren auf etwa ein Drittel konsolidieren wird - und wir wollen zu den Überlebenden gehören", sagt der Congstar-Geschäftsführer.

Um das zu schaffen, muss das Unternehmen eine entsprechende Marktdurchdringung erzielen. Dabei helfen soll auch das Hauptsponsorship beim FC St. Pauli. Mit ersten Erfolgen: Vor dem erneuten Einstieg beim Fußball-Zweitligisten 2014 lag die gestützte Bekanntheit des Unternehmens nach eigenen Angaben bei rund 70 Prozent. Heute ist Congstar bei etwa 80 Prozent der deutschen Bevölkerung bekannt.

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