13.07.2017  Buffett im Wettstreit mit Finanzhai Singer

"Wenn das Telefon nicht klingelt, weißt Du, dass ich es bin"

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Kampf um einen Stromversorger: Investor Warren Buffett (l.) drückt im Wettstreit mit Hedgefonds-Chef Singer um  Oncor aus Texas aufs Tempo
REUTERS, DPA / Remy Steinegger / WEF / Swiss-Image.ch
Kampf um einen Stromversorger: Investor Warren Buffett (l.) drückt im Wettstreit mit Hedgefonds-Chef Singer um Oncor aus Texas aufs Tempo

Rückzug oder Verbesserung des Übernahmeangebots - es schien, als habe Starinvestor Warren Buffett im Ringen mit seinem Gegenspieler Paul Singer vom Hedgefonds Elliott Management um den texanischen Stromnetzbetreiber Oncor nur diese beiden Möglichkeiten. Doch Buffett ist ein alter Hase im Geschäft - ihm ist noch eine dritte Option eingefallen: Tempo machen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, versucht Buffetts Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway die geplante Oncor-Übernahme nun besonders schnell über die Bühne zu bringen und damit den Konkurrenten Elliott, der ebenfalls an einer Offerte bastelt, hinter sich zu lassen. Ein Anwalt der Oncor-Mutter Energy Future Holding (EFH) habe dieses Vorhaben in einer Anhörung zu erkennen gegeben, so das "WSJ".

Demnach sollen sich die texanischen Kartellbehörden, die den Deal absegnen müssen, nicht die volle übliche Prüfungsfrist von 180 Tagen Zeit lassen, sondern die Transaktion lediglich 60 bis 90 Tage lang unter die Lupe nehmen. So könnte Berkshire dem für die insolvente EFH zuständigen Insolvenzgericht, welches dem Deal ebenfalls zustimmen muss, bei einem Termin im Oktober bereits mit dem OK der Behörden gegenübertreten.

Der Plan stößt beim Insolvenzgericht offenbar auf Zustimmung. "Ich denke das macht Sinn", zitiert das "WSJ" einen Richter aus der Anhörung. Kein Wunder: Seit der Pleite der EFH im Jahr 2014 hatte das Gericht bereits zweimal ähnlichen Übernahmeversuchen zugestimmt - und beide Male wurden die Pläne danach von den Kartellbehörden wieder kassiert. Berkshire hatte im aktuellen Fall bereits angekündigt, die Aktivitäten von Oncor innerhalb der Berkshire-Energiesparte künftig streng getrennt von den übrigen Berkshire-Energiegeschäften zu halten, um den Behörden entgegenzukommen.

Mit seinem Plan setzt Buffett seinen Kontrahenten Paul Singer von Elliott Management daher erheblich unter Druck. Singer ist größter Kreditgeber Oncors. Er hatte die von Berkshire geplante Oncor-Übernahme torpediert und ein eigenes Angebot für den größten texanischen Stromnetzbetreiber angekündigt, wie manager magazin online bereits berichtete. An diesem Angebot feilt er nun offenbar - und das braucht Zeit.

Hintergrund: Warren Buffetts Berkshire Hathaway hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, die seit 2014 insolvente EFH für neun Milliarden Dollar zu übernehmen. In dem Deal enthalten: Die Mehrheit am größten texanischen Stromanbieter Oncor, der durch die Berkshire-Offerte mit 18 Milliarden Dollar bewertet wird.

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