19.06.2017  Winglets für den Ladenhüter

Airbus greift beim A380 in die Trickkiste

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Der Riesenflieger A380 verkauft sich kaum noch, ein Grund ist der hohe Spritverbrauch. Den will Airbus jetzt mit einem Griff in die technische Trickkiste senken. Auch Boeing will den Kerosindurst einiger Maschinen zügeln und den Wettbewerber Airbus mit einem neuen Flieger angreifen.

A380plus heißt die Entwicklungsstudie von Airbus. Plus könnte hier die zusätzliche Ausstattung mit Winglets bedeuten, was wiederum ein Minus an Treibstoffverbrauch nach sich ziehen soll.

Der Flugzeugbauer Airbus stellte den Entwurf am Sonntag vor Beginn der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris vor. Durch den Anbau riesiger, abgeknickter Flügelenden könne der Treibstoffverbrauch des weltgrößten Passagierjets um vier Prozent schrumpfen. Zusammen mit Veränderungen in der Kabine, die Platz für mehr Fluggäste schaffen, könnten diese die Kosten je Sitzplatz für die Fluggesellschaften um 13 Prozent senken.

In der vorgestellten Entwicklungsstudie sind die neuen Flügelenden insgesamt 4,70 Meter hoch, gut drei Viertel davon zeigen von den Tragflächen aus nach oben, knapp ein Viertel nach unten. Winglets kommen bereits bei zahlreichen modernen Flugzeugtypen zum Einsatz. Sie reduzieren die Luftverwirbelungen und senken den Treibstoffverbrauch.

Airbus fährt Produktion zurück

Größte Abnehmerin des A380 ist die arabische Fluglinie Emirates, die 142 Maschinen des Typs bestellt und einen Großteil davon bereits im Einsatz hat. Eine von Emirates geforderte Neuauflage des Jets als A380neo mit sparsameren Triebwerken lehnen Airbus und Triebwerksbauer Rolls-Royce wegen der schwierigen Nachfrage und der hohen Entwicklungskosten bisher ab.

Airbus steht beim A380 unter Zugzwang. Wegen ausbleibender Neubestellungen fährt das Unternehmen die Fertigung von 28 Jets im vergangenen Jahr auf nur noch zwölf Maschinen im Jahr 2018 zurück. Das Management prüft bereits weitere Kürzungen.

Neue Treppe im A380
Airbus
Neue Treppe im A380

Die meisten Airlines setzen auf der Langstrecke verstärkt auf normalgroße Jets wie Boeings 787 "Dreamliner" oder den jüngsten Airbus-Spross A350, die sich im Gegensatz zum A380 auch auf nicht ganz so stark gefragten Strecken rentabel einsetzen lassen.

Airbus versucht mit Verbesserungen gegenzusteuern. So sollen verschiedene Anpassungen wie umgestaltete Treppen zwischen den beiden Etagen, eine veränderte Bordküche und eine teils engere Bestuhlung Platz für fast 80 zusätzliche Passagiere schaffen. Damit würde das Flugzeug bei üblicher Klasseneinteilung im Schnitt 575 Menschen fassen.

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