06.06.2017  Mangelnde Nachfrage

Airbus will A380-Produktion weiter kürzen

Der erste in Hamburg-Finkenwerder lackierte Airbus A380 auf dem Airbus-Werksgel¿nde (Archivfoto 2006)
DPA
Der erste in Hamburg-Finkenwerder lackierte Airbus A380 auf dem Airbus-Werksgel¿nde (Archivfoto 2006)

Schlechte Nachrichten vom Flugzeugbauer Airbus. Der Konzern will die Produktion seines Riesenfliegers A380 weiter drosseln. Es fehlt die Nachfrage. Sorgen hat Airbus auch beim modernisierten Mittelstreckenjet A320neo - die Produktion liegt hinter den Zielen zurück.

Der Flugzeugbauer Airbus denkt wegen ausbleibender Neubestellungen für den weltgrößten Passagierjet A380 über eine weitere Kürzung der Produktion nach. Das Unternehmen prüfe, wie es die Zahl der Auslieferungen am besten unter die Marke von zwölf Jets pro Jahr senken könne. Das sagte Airbus-Programmchef Didier Evrard am Rande der Generalversammlung des Weltluftfahrtverbands IATA im mexikanischen Cancún. Airbus hatte bereits 2016 bekanntgegeben, die Jahresproduktion des Fliegers auf zwölf Maschinen pro Jahr mehr als zu halbieren. Diese Marke soll 2018 erreicht sein.

Über eine weitere Kürzung will Airbus laut Evrard noch in diesem Jahr entscheiden, sofern weitere Neubestellungen ausbleiben. "Es ist wahrscheinlich, dass wir unter einen Flieger pro Monat gehen müssen", sagte der Manager. Dabei versuche das Unternehmen die finanziellen Belastungen so gering wie möglich zu halten.

Die Die Aktie von Airbus reagierte mit Kursverlusten auf die Nachrichten. Das Papier gab am Vormittag gut 1 Prozent nach.

Laut Verkaufschef John Leahy spricht das Unternehmen weiterhin mit möglichen Käufern über neue Bestellungen. Auf diese Weise will er genügend Nachfrage sichern, um die Produktion bei zwölf Jets pro Jahr stabil zu halten.

Probleme auch bei Produktion des A320neo

Ganz große Flugzeuge mit vier Triebwerken wie die A380 und Boeings Jumbo-Jet 747-8 sind bei den Airlines seit Jahren kaum noch gefragt. Fluglinien setzen verstärkt auf mittelgroße Langstreckenjets wie den Airbus A350 und Boeing 787 "Dreamliner", die mit zwei Triebwerken auskommen und sich wegen ihrer Größe auf mehr Strecken rentabel einsetzen lassen.

Sorgen bereiten Airbus auch weiterhin Probleme beim modernisierten Mittelstreckenjet A320neo. Die Produktion liege teilweise auch noch hinter dem Zeitplan zurück, sagte Leahy. Hitzeprobleme an den Triebwerken von der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney hatten schon 2016 den Start des Verkaufsschlagers verzögert. Ärger gibt es auch weiterhin mit den Sitzen des jüngsten Großraumjets A350. Der Verzögerungen beim Sitzhersteller Zodiac hatten Airbus bei der Produktion ebenfalls schon 2016 zurückgeworfen.

rei/dpa

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