17.05.2017  US-Autobauer bestätigt Jobabbau

Ford streicht jede zehnte Stelle - in USA und Asien

Ford: Mit der Neuauflage des Ford Mustang will der US-Autobauer an alte Erfolge anknüpfen. Ein Sparplan soll zudem die Kosten um 3 Milliarden Dollar verringern
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Ford: Mit der Neuauflage des Ford Mustang will der US-Autobauer an alte Erfolge anknüpfen. Ein Sparplan soll zudem die Kosten um 3 Milliarden Dollar verringern

Ford bestätigt, in Asien und Nordamerika jede zehnte Stelle streichen zu wollen. Das dürfte US-Präsident Donald Trump, der einen Stellenaufbau in den klassischen Industrien versprochen hat, gar nicht gefallen.

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford will mit einem massiven Stellenabbau Kosten einsparen. Der Konzern bestätigte am Mittwoch Medienberichte, wonach die Stammbelegschaft in Nordamerika und in Asien um rund 10 Prozent schrumpfen soll. Von einem Jobabbau in Deutschland, wo Ford rund 24.000 Menschen beschäftigt, ist bislang keine Rede.

Dabei will Ford nach eigenen Angaben vor allem auf Abfindungspakete setzen, mit denen Mitarbeiter durch finanzielle Anreize zum Ausstieg oder Vorruhestand bewegt werden sollen. Rund 1400 Angestellte erwartet das Unternehmen so bis Ende September loswerden zu können.

Das Programm ist Teil eines größer angelegten Sparplans, der die Kosten um drei Milliarden Dollar verringern soll. Ford hat weltweit etwa 200.000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in den USA, wo sich die Autokonjunktur zuletzt spürbar abgekühlt hat.

Mit Stellenstreichungen im Heimatmarkt riskiert der Konzern jedoch Konflikte mit US-Präsident Donald Trump. Der Republikaner hat versprochen, mehr Jobs zu schaffen als je ein Präsident zuvor. Er fordert dabei vehement Unterstützung von der heimischen Industrie.

Ford-Chef Mark Fields ist bei Investoren wegen der vergleichsweise schwachen Entwicklung des Aktienkurses unter Druck geraten. Bereits am Montag hatte der Konzern mitgeteilt, daran zu arbeiten, so "schlank und effizient" wie möglich zu werden.

US-Autobauer investieren massiv in autonomes Fahren

Ford arbeitet wie Konkurrent General Motors derzeit hochprofitabel. Die beiden US-Autobauer stecken derzeit jedoch Milliarden Dollar in die Zukunft der Mobilität und in das autonome Fahren. Hintergrund für einen Jobabbau in der klassischen Produktion könnte sein, den Umbau zu Mobilitätskonzernen zu beschleunigen.

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Ford hat zuletzt weniger Autos verkauft. Im April ging die Zahl um mehr als 7 Prozent im Vorjahresvergleich auf knapp 215.000 Fahrzeuge zurück.

In Deutschland beschäftigt Ford nach eigenen Angaben knapp 24.000 Menschen: in Köln mehr als 17.300, in Saarlouis mehr als 6500. Ford hat weltweit etwa 200.000 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in den USA, wo sich die Autokonjunktur nach einem jahrelangen Absatz-Boom zuletzt spürbar abgekühlt hat.

Sollte der Konzern im Heimatmarkt in großem Stil Stellen streichen, würde er Konflikte mit US-Präsident Donald Trump riskieren, der versprochen hat, mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor und dabei mit deutlichen Worten Unterstützung von der heimischen Industrie fordert.

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