22.04.2017  United Airlines kassiert Beförderung nach Skandal

Airline-CEO darf doch nicht Chairman werden

Oscar Munoz.
REUTERS
Oscar Munoz.

Die US-Fluggesellschaft United Airlines nimmt eine bereits vereinbarte Beförderung des operativen Konzernchefs (CEO) Oscar Munoz zurück. Die Entscheidung fällt wenige Tage nach dem Skandal um einen gewaltsamen Passagier-Rauswurf aus einer United-Maschine, die weltweit für Empörung gesorgt hatte. Der 58-Jährige Munoz werde im kommenden Jahr nicht wie geplant zusätzlich zum Vorstandsvorsitz die Leitung des Verwaltungsrats übernehmen, teilte United am Freitag mit. Eine Klausel im Arbeitsvertrag sei entsprechend angepasst worden.

Munoz war in die Kritik geraten, nachdem jüngst ein Passagier, der eine überbuchte Maschine nicht verlassen wollte, auf Betreiben der United-Flugcrew gewaltsam von der Flughafenpolizei in Chicago aus dem Flieger gezerrt wurde. Das rüde Vorgehen gegen den Kunden, der sich laut seinem Anwalt die Nase brach, zwei Zähne verlor und eine Gehirnerschütterung erlitt, hatte Uniteds Ansehen stark beschädigt.

Munoz verstärkte den Ärger zunächst noch, indem er den Vorfall in einer ersten Reaktion zwar bedauerte, das Verhalten seiner Mitarbeiter aber verteidigte. Erst nachdem die Welle der Entrüstung immer größer wurde, US-Politiker die Aufklärung des Falls forderten, und sogar Präsident Donald Trump sich über seinen Sprecher zu dem Thema äußerte, gab Munoz - Tage nach dem Vorfall - eine richtige Entschuldigung für den brutalen Rausschmiss ab.

dpa, soc

Mehr zum Thema